Großes Schloss
Vernissage: Samstag, 25. Mai 2013, 19 Uhr
Fotografie
26. 5. bis 8. 9. 2013
Arthur Fellig (1899–1968), der sich das selbstbewusste Synonym Weegee – The Famous zulegte, gehört zu den ungewöhnlichen Positionen der amerikanischen Fotografie der 1930er, 40er und 50er Jahre. Er wurde berühmt durch seine nächtlichen Fotos zu Brandkatastrophen, Unfällen und Morden sowie seine Beobachtungen von Obdachlosen und Outlaws. 1910 wanderte die Familie aus Zloczew im heutigen Polen nach Amerika aus. Nach diversen Hilfsarbeits- bzw. Dunkelkammertätigkeiten macht er sich Mitte der 30er Jahre als Pressefotograf selbstständig. 1938 erhält er als erster das Privileg offiziell den Polizeifunk mithören zu dürfen. Das Gerät installiert er in seinem Auto und ist so häufig noch vor der Polizei am Tatort. Eine provisorische Dunkelkammer richtet er im hinteren Teil des Wagens ein, so dass seine Fotos meist die ersten überhaupt sind, die über Mord und Totschlag, über Feuer und Prostitution berichten. Diese Art der Arbeit lässt ihn zu einem der berühmtesten Bildchronisten dieser - noch schwarz-weißen - brutalen Epoche werden.
1945 erscheint sein erstes Buch Naked City, das zwei Jahre später in Hollywood verfilmt wird. Weegee zieht mit um, kehrt erst Ende der 1950er Jahre wieder nach New York zurück, wo er u.a. seine fotografischen Karikaturen von Stars und Sternchen mit dem von ihm entwickelten Weegeescope umsetzt.
Eine harte Lichtführung mit erschreckender Unmittelbarkeit und drastischem Realismus zeichnet die Bilder aus. Sein greller Blitz schafft häufig „blasse Nachtgestalten“ und hebt damit visuell die Dunkelheit als seine hauptsächliche Arbeitszeit hervor.
Den Namen Weegee verdankt er dem Gerücht, er habe telepathische Fähigkeiten. Seine Fotos seien schon in der Zeitung, da sei die Nachricht ansonsten noch niemandem bekannt. So erhielt er seinen Spitznamen nach einer damals sehr populären spiritistischen Alphabettafel, dem „Ouija”-Board. Er selbst erdachte hierzu die “englische” Schreibweise Weegee und bemerkte selbstbewusst: “Ein besserer Name oder ein besserer Photograph ist mir nie begegnet.”
In über 100 Fotografien stellt die Ausstellung diesen für viele nachfolgende Fotografen sowie Regisseure und Filmer vorbildhaften und prägenden Realisten vor. Weegee nannte seine erste Ausstellung zu Lebzeiten Murder is my business. Die Oberhausener Schau vereint neben den Bildern zu Tatorten und Tätern auch solche zu Celebrities und Stars wie Jackie Kennedy oder Salvador Dali.
Kleines Schloss
SEO - Parallel Development
Der Kunstverein zu Gast in der LUDWIGGALERIE
28. 4. bis 1. 9 .2013
Die meist großformatigen, farbintensiven und leuchtstarken Bilder der in Berlin lebenden koreanischen Künstlerin (Meisterschülerin von Prof. Baselitz, UdK Berlin), die als Papiercollagen auf Leinwand mit Tusche und Acrylfarbe unter Einbeziehung von Reispapier gearbeitet sind, entfalten eine sehr individuelle und gefühlvolle Aura. Technik und Material weisen die Künstlerin als eine Grenzgängerin zwischen den Welten Asiens und Europas aus, als ein Bindeglied zwischen den Kulturen des Ostens und des Westens. Viele ihrer Arbeiten zeigen emotional aufgeladene Vorstellungen des Reisens und verbinden diese mit der „Sehnsucht nach der verlorenen Natur und nach dem ursprünglichen Einssein mit ihr.“ Die reinen Farben des Wassers, der Sonne, der Berge entfalten dabei ein sinnliches Panorama an natürlichen Landschaftsstrukturen, das die Künstlerin aus den Tiefen ihrer Erinnerung an ihre koreanische Heimat entlehnt und mit der westlichen Vorstellung einer strukturellen Naturverbundenheit aufs Engste verbindet.↵
Die Ausstellung, die die Künstlerin in Oberhausen präsentiert, zeigt jedoch eine andere Facette ihres künstlerischen Schaffens, die sie parallel zu ihren bisherigen Vorgehensweisen entwickelt hat.↵
„Bislang bekannt für ihre farbenfrohen romantisch-gegenständlichen Landschaftsfiktionen hat SEO erstmalig für ihre Ausstellung anlässlich der 54. Bienale in Venedig eine Wand- und Raumkonzeption entwickelt, deren deutlich werdende serielle Abstraktion auftritt, als sei sie die subjektiv experimentelle Überprüfung eines Welterklärungsmodells. Urknall, Urenergie, Universum und Schwingung spielen darin eine wichtige Rolle. Dabei hat sie sich die Eigenart bewahrt, wie ein kleines Kind in die Welt schauen zu können.“ (Christoph Tannert, in: SEOs Personal Cosmos)
CHRISTO - Big Air Package
Die originalen Entwürfe im Kabinett der LUDWIGGALERIE In Kooperation mit dem Gasometer Oberhausen
16. 3. bis 30. 12. 2013
Christo kehrt vom 16. März bis 30. Dezember 2013 mit seiner Installation „Big Air Package“ in den Gasometer Oberhausen zurück. Zeitgleich zeigt er eine Auswahl von sieben originalen Entwurfszeichnungen des Kunstwerks im Kabinett der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen.
Diese überwiegend großformatigen Arbeiten lieferten die Vorlage für das Big Air Package, das als größte Innenraumskulptur der Welt mit über 90 Meter Höhe im Oberhausener Industriedenkmal zu sehen und auch von innen zu erleben sein wird. Die Entwürfe entstanden in Christos New Yorker Studio und zeigen die Entwicklung der Idee des Big Air Package in den Jahren 2010 bis zur Realisierung 2013.
Zu Fuß gelangen die Besucher am Rhein-Herne-Kanal entlang vom Gasometer Oberhausen zur LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen in ca. 10 Minuten.
www.gasometer.de
