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Cornelia Funke
Tintenherz, Wilde Hühner und Gespensterjäger Die fantastischen Bildwelten von den frühen Kinderbüchern bis Reckless

20. 1. bis 20. 5. 2013

Cornelia Funke ist eine der großen deutschen Erzählerinnen – mit Worten wie mit dem Zeichenstift. Die gelernte Illustratorin begann ihre Karriere mit Zeichnungen zu fremden Texten, stellte dann schnell fest, dass sie wohl genauso gut (oder auch besser!) Geschichten erfinden könne und ging immer mehr zum Schreiben über. Mit Kein Keks für Kobolde und anderen Kinderbüchern begannen Ende der 1980er Jahre ihre eigenen Geschichten. Serien wie Gespensterjäger oder Die wilden Hühner machten sie zu einem Liebling des jungen Publikums. Mit Der Herr der Diebe und schließlich der Trilogie zur Tintenwelt wurde sie international bekannt.
Zwar hat sie das Zeichnen in den letzen Jahren zugunsten des Schreibens eingeschränkt, doch zeigen die Originale deutlich, welch einfallsreiche Bilderfinderin sie ist. Die frühen Illustrationen sind meist stark farbig und figurenreich ausgestattet, in den späteren Büchern beschränkt sie sich häufig auf – sehr feine – schwarze Tusche- oder Kreide- bzw. Graphitzeichnungen, die die Kapitel einleiten. Die Wahlheimat Amerika der gebürtigen Dorstenerin schlägt sich in mancher der neuesten Zeichnungen bildlich nieder.
Erstmals wird das zeichnerische Werk von Cornelia Funke von den Anfängen bis zu den aktuellsten Werken aus Reckless und begleitet von einem umfangreichen Katalog vorgestellt. Hier wird sichtbar, dass Cornelia Funke zu den raren Doppeltalenten gehört, die in Wort und Bild fantasievoll und originell die Menschen in neue Welten entführen. Dabei begeistert sie nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern zieht auch ein erwachsenes Publikum in ihren Bann. Zahlreiche Verfilmungen ihrer Bücher eröffnen auch in diesem Medium neue Bildwelten.


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Russen Juden Deutsche
Fotografien von Michael Kerstgens seit 1992 in Kooperation mit der Gedenkhalle Oberhausen und dem Jüdischen Museum Berlin

24. 2. bis 21. 4. 2013

In seiner Langzeitstudie hat der Fotograf Michael Kerstgens sich dem wenig in Deutschland zur Kenntnis genommenen Phänomen der großen Zuwanderung russischstämmiger Juden Anfang der 1990er Jahre gewidmet. Sprechen die Statistiken vor 1990 von etwa 25.000 Menschen als Mitglieder der jüdischen Gemeinden in Deutschland, sind es heute mehr als 110.000. Kerstgens beobachtet und dokumentiert ihre Ankunft, den Start ins neue Leben in Deutschland und hat einige der Familien und ihre Lebenswege und Schicksale über viele Jahre begleitet.↵
Sein fotografischer Blick zeigt das große Interesse für die Menschen, für die Fragen des Religiösen und des Gemeinwohls, aber er zeigt auch einen Fotografen, der Strukturen ins Bild setzt und die „richtigen Momente“ festhält. Dabei eröffnen seine Themen ein weites Spektrum. Das Übergangsheim im oberpfälzischen Weiden ist einer der Orte, an denen er die Menschen begleitet. Der Einstieg, so zum Beispiel in die deutsche Sprache, wie Kerstgens Foto eindrücklich belegt, ist oft nicht so einfach. In der jüdischen Gemeinde in Berlin, der größten in Deutschland, entstehen viele der Bilder. Doch geht Kerstgens auch in die durch Wladimir Kaminer berühmt gewordene „Russendisko“ und zeigt das ausgelassene Leben der jungen russischen Einwanderer. Kerstgens gehört zu den Fotografen, die mit großem Einfühlungsvermögen Geschichten erzählen, die etwa 80 Fotos dieser Ausstellung belegen dies eindringlich.↵
Die LUDWIGGALERIE richtet diese Präsentation zusammen mit der ebenfalls im Schloss Oberhausen ansässigen Gedenkhalle aus. Das museumspädagogische Programm trägt dieser Kooperation besonders Rechnung. Das Jüdische Museum Berlin konnte Anfang 2011 die komplette Serie der Schwarz-Weiß-Fotografien für seine Sammlung erwerben.


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Marilyn Monroe
In Fotografien von George Barris, Allan Grant, Milton H. Greene, Tom Kelley, Leif-Eric Nygård und Bert Stern - The Last Sitting

23. 9. 2012 bis 13. 1. 2013

Marilyn Monroe gehört zu den meistfotografierten Frauen der Welt. Schon früh wurde sie als Model entdeckt. Tom Kelley hält 1949 die Reize der jungen Marilyn fest, die allerdings erst 1952 für einen höchst erfolgreichen Kalender weitergeben werden. 1953 schafft es eines der Fotos sogar zum Centerfold der ersten Playboy-Ausgabe.
Milton H. Greene lernt Marilyn gerade in diesem Jahr kennen. Die beiden verbindet für ein paar kurze Jahre eine enge Freundschaft und die Gründung der gemeinsamen Firma Marilyn Monroe Productions Inc. Greene bekommt 1953 den Auftrag, Marilyn für die Weihnachtsausgabe von Look zu fotografieren. Es sollen zahllose weitere Bilder entstehen, bis 1957, wohl im Umfeld der Eheschließung mit Arthur Miller, der Kontakt zerbricht.
Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden die Aufnahmen von Bert Stern, der 1962, nur wenige Wochen vor Marilyns Tod, ein Fotoshooting für Vogue durchführt, das unter dem Titel The Last Sitting bekannt wurde. Sterns Fotos stellen Marilyn in eindringlicher Dichte und zum Teil großer Intimität vor. Mit und ohne Accessoires, eher als Diva oder als verspielte, mädchenhafte Frau sieht Sterns Kamera die verschiedenen Fassetten vom Filmstar bis zu Norma Jean. Das letzte Foto dieses Shootings, von Sterns Assistenten Leif-Eric Nygård geschossen, vervollständigt die Serie.
Auch die Zeitschrift Cosmopolitan interessiert sich im Sommer 1962 für die Schauspielerin. George Barris führt in ihrem Auftrag ein dreitägiges Shooting am Strand von Santa Monica durch, dessen Fotos mit dem Wollpullover zu sehen sind. Und schließlich sind es Allan Grants Aufnahmen für das Hochglanzmagazin Life, die zu den letzten Bildern von Marilyn gehören sollen und die hier mit einem prominenten Beispiel vertreten sind.
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit Ina Brockmann und Peter Reichelt, Mannheim.


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Ulf K.
Der Poet unter den Comic-Zeichnern

28. 10. 2012 bis 13. 1. 2013

Die Charaktere von Ulf K. sind liebenswerte Außenseiter, die an die eigene Fantasie glauben. Seine Geschichten infizieren mit einer Faszination, der man sich nur schwer entziehen kann.
Der 1969 mit dem bürgerlichen Namen Ulf Keyenburg in Oberhausen geborene Zeichner und Illustrator gehört zu den renommiertesten Deutschlands. 2004 wurde Ulf K. auf dem internationalen Comicsalon in Erlangen als bester deutschsprachiger Comiczeichner mit dem Max-und-Moritz-Preis ausgezeichnet. Seine Publikationen erscheinen weltweit.
Geprägt wurde Ulf K. besonders durch die frankobelgischen Comics, wie etwa Hergés Tim und Struppi, er entwickelte jedoch schnell eine eigene Handschrift. Sein Stil besitzt einen hohen Wiedererkennungswert durch klare und reduzierte Linien und die flächige einfarbige Kolorierung in der Tradition der ligne claire.
Häufig verbreiten seine Comics eine leicht morbide bis melancholische Stimmung oder haben gar den Tod als Hauptdarsteller, wie im gerade neu aufgelegten Tango de la Mort (2000/2012). Oft sind sie auch gewürzt mit einer Prise schwarzem Humor.
Er schafft illustrierte Geschichten und auch welche, die ganz ohne Worte funktionieren. Das Spektrum reicht von Comics für Erwachsene über Kinder- und Schulbücher bis hin zu Pappbilderbüchern für die Altersklassen zwei bis vier.
Die Schau stellt das Werk in seiner ganzen Breite mit weit über 200 kolorierten Originalen, Handzeichnungen und Skizzen vor. Gezeigt werden sowohl frühe Zeichnungen wie das Comicalbum Der Mondgucker, welches 1998 im Eigenverlag erschien, als auch die aktuell entstehenden Kinderbuchreihen aus dem Gerstenberg Verlag. In der LUDWIGGALERIE wurden in den vergangenen Jahren bereits Ausnahmetalente der deutschen Comicszene wie Ralf König und Walter Moers präsentiert. Nach zahlreichen, auch internationalen, Ausstellungen wird nun der Comic-Poet Ulf K. mit einer Einzelausstellung in seiner Geburtsstadt geehrt.


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At Home - Der Blick durchs Schlüsselloch
Wohnen im Ruhrgebiet - gesehen durch die Kunst

13. 5. bis 16. 9. 2012

Es wird privat! – Die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen wagt den Blick ins Wohnzimmer, in die Küche, ins Bad und auch ins Schlafzimmer. Wohnen im Ruhrgebiet, da denken immer noch viele an Arbeitersiedlung und Gelsenkirchener Barock. Wie abwechslungsreich und multikulturell Künstler die Metropole Ruhrgebiet sehen, zeigt diese Schau. Dabei ist es nicht der kulturhistorische Ansatz, der interessiert, sondern der künstlerische Blick auf, durch und hinter Schlüssellöcher.
Volle Räume und leere Räume, Zimmer, die sich durch Menschen gestalten und solche, in denen die Gegenstände ein Eigenleben zu entwickeln scheinen, all das gibt es auf zum Teil kuriose Weise zu beobachten. Anna und Bernhard Blume experimentieren in ihrem Trauten Heim. Julia Arztmann und Barbara Deblitz irritieren mit rätselhaften Objekten aus dem vermeintlichen Wohnalltag. Mischa Kuballs New Pott und die Serie Nachbarschaft von Sebastian Mölleken und Oliver Blobel untersuchen das Thema Heimat. Laurenz Berges und Jörg Winde konfrontieren dagegen mit Verlassenheit und Leere.
Und auch im Medium Film – in Kooperation mit dem blicke Filmfestival des Ruhrgebiets – zeigen sich neue Einsichten in scheinbar Bekanntes. Der Verein Kultur im Turm arbeitet an einer eigens für die Ausstellung angefertigten Installation.

Künstlerinnen und Künstler:
Julia Arztmann, Klaus Baumers, Bernd und Hilla Becher, Laurenz Berges, Oliver Blobel, Anna und Bernhard Blume, Arno Bojak, Patrick Borchers, Claudia Buch, Henning Christoph, Marta Dachowski, Barbara Deblitz, Tinka und Frank Dietz, Oliver Döbler, Lydia Dykier, Susan Feind, Philip Frowein, Jochen Gerz, Elmar Haardt, Eberhard Havekost, Willy van Heekern, Daniel Herzog, Hermann Hill, Paula Hollekamp, Eva Horstick-Schmitt, Felix Hüffelmann, David Janzen, Künstlerduo JKM, Annette Jonak, Hyun-Gyoung Kim, Marga Kingler, Peter Kleu, Brigitte Kraemer, Mischa Kuball, Monika Lang, Anne Lass, Jürgen Leiendecker, Britta L.QL, Dieter Marschall, Simon Mellnich, Sebastian Mölleken, Anne Mommertz, Sebastian Müller, Masaki Nakao, Patricia Neligan, Elisabeth Neudörfl, Achim Pohl, Almut von Pusch, Wilhelm Reimers, Daniela Risch, Sabitha Saul, Judith Saupper, Manfred Scholz, Hans-Jürgen Söffker, Wolfgang Staiger, Christoph Stark, Hugo Steck, Christine Steiner, Josef Stoffels, Anton Tripp, Hans Rudolf Uthoff, Manfred Vollmer, Jörg Winde, Ludwig Windstosser, Agnieszka Wnuczak


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Keith Haring
Short Messages - Poster und Plakate 1982-1990

22. 1. bis 6. 5. 2012

Wie kein anderer hat der amerikanische Popkünstler die Sprache der zeichenhaften Reduktion geprägt: Keith Haring, jung verstorbenes Popidol und Shootingstar der Kunstszene der 1980er Jahre, wurde vor allem durch seine Kurznachrichten bekannt. In der New Yorker U-Bahn setzte er die im schnellen Vorbeieilen leicht erfassbaren Short Messages bereits früh ein. Sein Strahlenbaby eroberte umgehend die Herzen der Menschen und wurde zum weitverbreiteten und leicht verständlichen Zeichen. Durch die Fokussierung auf die Kunst im öffentlichen Raum gehört er auch zu den großen Gestaltern im Bereich von Poster und Plakat.

Seine Themenpalette reicht hier von Postern für eigene Ausstellungen und Hinweisen zu kulturellen Veranstaltungen über klassische Werbung bis zu gesellschaftspolitischen Fragestellungen. Bereits sein erster Plakatentwurf 1982 wandte sich gegen Atomkraft. Ebenso setzte sich Haring gegen Drogen ein und nach seiner Aidserkrankung war es vor allem dieses Thema, das ihn beschäftigte. Zahlreiche seiner eigenen Ausstellungen ließ er mit Originalentwürfen bewerben. Dabei wählte er zu der Einzelausstellung bei seinem wichtigsten Galeristen Tony Shafrazi 1984 die gesamten bis dahin entwickelten Short Messages als eine Art Wimmelbild unter dem Titel If you want to see more…

Wie Andy Warhol wollte Haring die Kunst in alle Bereiche des Lebens integrieren und scheute sich so auch nicht in kommerziellen Gebieten der Gestaltung zu arbeiten. Gerade die Werbekampagnen, die er für Swatch, Lucky Strike oder auch die schwedische Marke Absolut Vodka entwarf, legen hiervon Zeugnis ab. Haring erkannte sofort, dass das Plakat das perfekte Medium zur Verbreitung von Werbe- und anderen Nachrichten ist. Zwischen 1982 und 1990 – Haring starb im Februar dieses Jahres an Aids – hat er nicht weniger als 85 eigenhändige Entwürfe zu Postern und Plakaten geschaffen. Allein diese große Zahl zeugt davon, wie wichtig ihm die Gestaltungsform war.
Dank der Zusammenarbeit mit dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg können nun in der LUDWIGGALERIE die kompletten Entwürfe gezeigt werden.


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Vanitas Vanitatum! Das Tödlein aus der Sammlung Ludwig
Todesdarstellungen in der Frühen Neuzeit

5. 2. bis 6. 5. 2012

In feinster Schnitztechnik gibt das elfenbeinerne Tödlein seine erschreckende Botschaft kund: Die Vergänglichkeit des Lebens, den Zerfall des Fleisches. Wimmelndes Gewürm kündet von der Sündhaftigkeit des Menschen. Kröten und Schlangen stehen für Höllengetier, die Fliegen – das Teufelszeug – nehmen gar den Platz des Herzens ein. Der Körper ist in einen aus Intarsien in Elfenbein und Ebenholz geschmückten Kasten gebettet, der den Blick selbst bei geschlossenem Deckel durch die durchbrochenen Seitenwände frei gibt. Diesem einzigartigen Werk der Erinnerungskultur aus der Sammlung Peter und Irene Ludwig widmet sich die Kabinettausstellung.

Ergänzt wird das kostbare Elfenbeintödlein durch die dreidimensionale Darstellung des Baseler Totentanzes. Die sogenannten Zizenhausener Figuren, aus Ton gefertigte kleine Skulpturengruppen, setzen den wohl populärsten und bekanntesten der mittelalterlichen Totentänze plastisch in Szene. Weder vor König noch Mönch, weder vor Herzogin noch Malerin macht der Tod halt.

Wie sehr sich die Menschen in der Frühen Neuzeit und auch den Jahrhunderten danach mit den Themen Tod und Erlösung, Verdammnis und Auferstehung beschäftigten und sich dies bildlich niederschlug, berichten zahlreiche Grafiken, unter anderem von Künstlern wie Albrecht Dürer, Hans Holbein, Hendrick Goltzius, Marco Dente oder Matthias Merian. Das wundervolle beinerne Tödlein findet hier seinen morbiden Kontext.

Die Ausstellung konnte durch die Kooperation mit dem Museum Schnütgen Köln, dem Suermondt-Ludwig-Museum Aachen und der Grafischen Sammlung Mensch und Tod an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf realisiert werden.


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Die 7 1/2 Leben des Walter Moers
Vom Kleinen Arschloch über Käpt'n Blaubär bis Zamonien

25. 9. 2011 bis 15. 1. 2012

Die Lügengeschichten des Käpt’n mit dem blauen Pelz sind ebenso legendär wie die politisch unkorrekten Verhaltensweisen des Jungen, der das Kleine Arschloch schon im Namen trägt. Und mit der Figur Adolf, die Nazi-Sau, bricht er dann auch noch das letzte große Tabu: Walter Moers, Zeichner und Autor mit überbordendem Einfallsreichtum. Grenzenlose Phantasie lebt Moers auf seinem neuen Kontinent aus, den er Zamonien nennt und mit vielerlei Daseinsformen wie Buntbären und Eydeeten, Fhernhachen und Wolpertingern, Buchlingen und Haifischmaden oder Kratzen und Schrecksen bevölkert. Ein Universum der Sonderklasse, das sich die Literatur und das Lesen, das Spiel mit Worten und Sätzen, zu einem seiner Hauptthemen auserkoren hat. Die Bilder zu diesem eigenwilligen Phantasiereich geben einen tiefen Einblick in die Vorstellungskraft des doppelbegabten Autors und zeigen, ebenso wie seine Texte, ein großes Repertoire an kunsthistorischem wie eben auch literarischem Wissen. Der Leser (und in der Ausstellung der Besucher) begibt sich auf eine phantastische Reise, auf der viele Rätsel zu entschlüsseln sind: wer war noch mal Ojahnn Golgo van Fontheweg und was hat es mit Anagrom Ataf auf sich?
Das große Interesse am Spinnen von Seemannsgarn hat Walter Moers bereits bei einer seiner ersten Figuren, dem blauen Bärenopa und dessen drei Enkeln für die Sendung mit der Maus gezeigt. Neben diesen Arbeiten fürs Fernsehen wurde Moers durch seine Comics, insbesondere Das kleine Arschloch, bekannt. Als „die Figur der 90er Jahre“ bezeichnet, traf der Jugendliche mit den schlechten Manieren genau den Zeitgeist. Moers stellte ihm später den alten Sack zur Seite, der in seinem Rollstuhl vor allem das Sterben thematisierte. Ein reduzierter Zeichenstil mit riesigen Nasen ist hier Moers Markenzeichen. Zwei Filmdrehbücher wurden von ihm zu diesen Figuren geschrieben, wobei er für den ersten Arschloch-Film die ‚Goldene Leinwand’ verliehen bekam. Ende der 1990er Jahre wendet er sich vom Comic ab, nur Adolf – Der Bonker wird danach noch, von einem Musikvideo begleitet, gezeichnet.
Erstmals widmet sich nun eine Ausstellung dem Werk des 1957 in Mönchengladbach geborenen Zeichners und Autors Walter Moers in all seinen Fassetten. Weit über 200 Werke in Form von Zeichnungen, Skizzen, Gemälden, Skulpturen, Puppen, Filmen, darunter auch unveröffentlichte Werke, stellen einen der wichtigsten Geschichtenerfinder Deutschlands in seiner medialen Breite vor, dessen museale Präsentation seit langem überfällig ist.


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I am serious about not being serious
Elliott Erwitt - Fotografie

8. 5. bis 11. 9. 2011

Der bekannte Magnum-Fotograf Elliott Erwitt, Jahrgang 1928, zeigt in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen einen Überblick über sein Schaffen. Hunde und Kinder, Gruppen und Nackte, Museen und Landschaften - niemand ist vor seinem augenzwinkernden und humorvollen Blick sicher. In fast 140 Fotografien gibt die Ausstellung Einblick in alle Werkphasen. Dabei sind die bekannten, zu Ikonen der Fotografie gewordenen Hundebilder ebenso vertreten, wie noch neu zu entdeckende Sujets. Dass die bellenden Vierbeiner eine ganz besondere Rolle in seinem Oeuvre spielen, hat – neben Elliotts persönlicher Vorliebe – seinen Ausgangpunkt in einem Auftrag für eine Modeserie zu Damenschuhen gehabt. Er beschloss die Aufnahmen aus der Perspektive der Hunde zu machen, da wohl niemand soviel Schuhe zu sehen bekomme, wie eben die Hunde.
„I am serious about not being serious“ sagt Erwitt über sich selbst. Der Mensch bzw. das Tier stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit. Zahlreiche Reisen brachten ihn um die ganze Welt, seine Reportagefotos prägen zum Teil bis heute unser Bild von den historischen Vorgängen. Bereits 1953 tritt er der von Robert Capa mitbegründeten Agentur Magnum bei, deren Präsident er später wird. Auf Edward Steichens legendärer Fotoausstellung The Family of Man 1955 im Museum of Modern Art New York war er bereits mit drei Fotos vertreten. Zahlreiche Ausstellungen und vor allem diverse Bildbände zu seinen Themen sind von dem in Frankreich geborenen Amerikaner mit russischen Eltern zusammengestellt worden. Neben freier Fotografie, Erwitt nennt diese seine „persönlichen Bilder“, und zahlreichen Reportagen hat der Altmeister des Schwarz-Weiß auch die Mode- und Werbefotografie nachhaltig beeinflusst.
In Zusammenarbeit mit Magnum Photos.


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Roy Lichtenstein
posters and more

23.1. bis 1.5.2011

Roy Lichtenstein (1923-1997) ist mit seinen durch die Werbung angeregten Punkterastern und satten Farbtönen zum Inbegriff der amerikanischen Pop Art geworden. Comic-Blondinen und Zeitungsanzeigen dienten ihm ebenso als Vorlage wie die Werke von Matisse und anderen namhaften Künstlern. Er entwickelte einen unverwechselbaren Stil, der bis in seine späten Landschaften spürbar ist. Dabei beschäftigte er sich als einer der ersten Amerikaner in besonderer Weise mit dem Plakat. In 35 Jahren sind rund vierzig eigenständige Entwürfe entstanden, für etwa dreißig weitere Plakate wählte er die Motive aus. Die Präsentation beginnt mit seiner ersten Ausstellung 1962 in der Leo Castelli Galerie in New York und reicht bis zu seinem letzten Mitwirken im Jahr 1997. Dabei können fast vollständig die von ihm bearbeiteten posters dank der Leihgaben aus dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg vorgestellt werden. Einige weitere Beispiele zu Ausstellungsplakaten, die Motive seiner Werke zeigen, runden das Bild ab.
Die girls und Kriegsszenen der frühen Comicvorlagen stellen seine populärste Phase in der ersten Hälfte der 1960er Jahre vor. Es folgen Entwürfe – beeinflusst vom Art Deco –, die nur zum Teil eine gegenständliche Formensprache sprechen. Brushstrokes (Pinselstriche) und die durch Vorlagen von Künstlerkollegen wie René Magritte oder Pablo Picasso angeregten Arbeiten zeigen sein Interesse an „Kunst als Motiv“. Eben dieses nehmen auch die Imperfect-Paintings auf und es bleibt prägend für sein gesamtes Lebenswerk bis zu den späten Landschaften im chinese style.
Die Funktion der Plakate reicht dabei von der Bewerbung der eigenen Ausstellungen in der Galerie Leo Castelli über umgesetzte Entwürfe, so des Covers zu „Tintin [Tim und Struppi] in the new world“, bis zu politischen Plakaten für Unicef zusammen mit Andy Warhol, Keith Haring und anderen. Die Plakate – und damit die Ausstellung – geben einen Gesamtüberblick über das künstlerische Schaffen und einen ungewöhnlich dichten Einblick in die Vielfalt der Lichtensteinschen Bildwelten.


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Artefakt und Naturwunder
Das Leuchterweibchen der Sammlung Ludwig

6. Februar bis 17. April 2011

Im Mittelpunkt dieser sehr qualitätvollen Einraumschau steht das sogenannte Leuchter- oder Lüsterweibchen aus der Sammlung Peter und Irene Ludwig. Vermutlich um 1540 in der Nordschweiz entstanden, stammt es entweder aus dem Rathaus von Rapperswil oder hing im Wohnhaus der Auftraggeber Thüring Göldlin und Margareta Muntprat. Umfangen von dem stolzen Geweih eines Eisspross-Vierzehnender-Kronenhirsches, hält die Figur das Allianzwappen des Paares.

Zahlreiche kostbare Leihgaben verdeutlichen den Kontext des Stückes. Dabei wird erstmals seit über 20 Jahren die delikate Zeichnung Albrecht Dürers zu einem Drachenleuchter mit der ausgeführten Version Veit Stoß’ zusammen zu sehen sein. Eines der jüngsten erhaltenen Leuchterweibchen sowie ein spätes Leuchtermännchen veranschaulichen zusammen mit weiteren Skulpturen, Gemälden und Grafiken die einzigartige Doppelstruktur von Naturding und Kunstwerk dieser wundersamen Gattung.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Suermondt-Ludwig-Museum, Aachen


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Janosch
Panama und andere Welten

26. 9. 2010 bis 16. 1. 2011

Die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen zeigt mit Janosch einen der wichtigsten und beliebtesten Illustratoren und Geschichtenerzähler in Deutschland. In einer mit über 200 Arbeiten sehr umfangreichen Schau wird der Künstler in originalen Aquarellen, Gouachen, Entwurfszeichnungen und Radierungen vorgestellt. Wie sehr Bild und Geschichten miteinander verwoben sind, machen die Entwürfe deutlich. Sie eröffnen einen vertiefenden Einblick in den künstlerischen Schaffensprozess des international renommierten Erzählers mit dem Zeichenstift.
Janosch, als Horst Eckert 1931 in Oberschlesien geboren, veröffentlichte über 300 (Kinder-)Bücher, die in 40 Sprachen übersetzt wurden. Daher sind kleinen wie großen Menschen seine Tiger, Bären und Löwen bestens vertraut. Ihm gelang es, diese wilden Tiere zu bändigen und er machte aus ihnen zahme Hausbewohner. Bär und Tiger haben uns nicht nur gezeigt, was Mut ist, und dass Panama vor der eigenen Haustür liegen kann, sondern auch, wie wichtig Freundschaft ist. Die Geschichten von Schnuddel, Kasper Mütze oder Günter Kastenfrosch beinhalten Botschaften, die nicht nur Kinder spielerisch zum Nachdenken anregen. Janosch gelingt es, generationsübergreifend Werte zu vermitteln, die Phantasie anzuregen und die Menschen zum Lachen zubringen.
Fernab von Panama existieren aber auch andere Welten in seinem Oeuvre, die bisher weniger bekannt sind. Als Kunstmuseum der besonderen Art legt die LUDWIGGALERIE auf diese Werke ein weiteres Augenmerk. Janosch thematisiert heftige die Kritik an der Institution Kirche und zeigt in überspitzten Darstellungen das Beziehungsgeflecht zwischen Mann und Frau. Die Ausstellung arbeitet an der Figur des Bären beispielhaft auf, wie sich gewisse Motive durch sein Werk ziehen und wie groß die Bandbreite einer solchen Figur zwischen Kinderbuchillustration und freier Grafik sein kann.
Wenn Reales und Phantastisches im Panama-Universum und den anderen Welten miteinander verschmelzen, wird das Phänomen Janosch erst in seiner Gesamtheit deutlich. Die Begeisterung, die der Künstler auslöst, zeigt sich seit Jahren bei Kindern wie Erwachsenen und so laden wir Groß und Klein, Alt und Jung ein, in die fantasievollen Bildwelten einzutauchen.


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Zu[m] Tisch!
Meisterwerke aus der Sammlung Ludwig von der Antike bis Picasso, von Dürer bis Demand

13. 6. bis 12. 9. 2010

In dieser ungewöhnlichen Präsentation zeigt die Ludwig Galerie zum Kulturhauptstadtjahr 2010 eine umfangreiche Ausstellung zum künstlerischen Umgang mit dem Tisch. Die international verzweigten qualitätvollen Sammlungsbestände von Peter und Irene Ludwig bilden hierbei den Ausgangspunkt. Ein Panoptikum von Tischen entfaltet ungewöhnliche Sichtweisen. Antike Gefäße, mittelalterliche (Altar-) Tische oder Stillleben des 17. Jahrhunderts werden mit Tendenzen des 20. und 21. Jahrhunderts konfrontiert. Mit-, neben- und gegeneinander zeugen die Positionen von den unterschiedlichsten Herangehensweisen. Kein kulturhistorisches Erforschen der Tischkultur findet statt, vielmehr ist es ein Sichtbarmachen innerer Zusammenhänge, die zunächst häufig ein höchst unterschiedliches Auftreten vorweisen.
Der Alltagsgegenstand Tisch dient hier erstmals zur Präsentation von künstlerischen Ansätzen, die zum Teil große Distance, zum Teil erstaunliche Nähe aufzeigen. Während der Stuhl das Gestaltungsobjekt par excellence ist und war, spielt der Tisch eher eine dienende, eine beiläufige Rolle. Und doch vereint er vieles an sich und auf sich. Dabei ist das Stillleben das einzige Genre, welches ihn zum Hauptdarsteller macht. Ansonsten ist es vielleicht gerade die Beiläufigkeit seines Auftretens, die den Tisch heraushebt. Es ist das erste Mal, dass eine Ausstellung sich zeit- und gattungsübergreifend diesem Thema zuwendet und sich mit Hilfe von Meisterwerken aus der Sammlung Ludwig auf die Suche nach dem inneren Gefüge, dem Wesen der grundlegenden Möglichkeiten macht.
Der Spannungsbogen reicht von den schmückenden feinen Porzellanservice der Sammlung Ludwig bis zu Renato Guttusos Totenmahl, das Picasso und seine Welt an sich vereint. Campbell's Suppendosen gehören ebenso auf den Tisch wie der große antike Skyphos oder die attische Augenschale. Rituelle Handlungen (Altartisch) spielen eine Rolle genau wie alltägliche Bereiche. David Hockney gibt Einblick in sein Zeichenstudio, Albrecht Dürer stellt die Studierkammer des Hl. Hieronymus vor.
Doch sind die Tische nicht immer gut gedeckt, wie der Dreiklang zwischen Joseph de Brays Fastenstillleben auf das Lob des Pökelherings von 1657, Picassos Karges Mahl (1904) und Günter Weselers Tisch mit Atemobjekt aus den 1970er Jahren deutlich vor Augen führen. Und dass historisches Besteck mit neusachlichen Fotografien einen höchst harmonischen Dialog eingehen kann, auch das macht diese Präsentation auf sehr eigene Art und Weise deutlich.


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Zwischen Kappes und Zypressen
Gartenkunst an Emscher und Ruhr

21. 2. bis 30. 5. 2010

Das sich stetig wandelnde Revier, in dem Kohle und Stahl seit fast 200 Jahren eine eigenwillige Kulturlandschaft prägen, zeichnet sich durch eine einzigartige Gartenkunst aus. Bereits im Barock werden Gartenanlagen von höchstem künstlerischem Rang (Borbeck) angelegt, der englische Landschaftsgarten hinterlässt seine weitläufigen Spuren (Herten). Gründerzeit und Reformbewegung schaffen mit unzähligen öffentlichen und privaten Gärten eine vielfältige Gartenlandschaft, die das Gesicht der Region bis heute prägt.
Die verschiedenen Zeitschichten der Gartenkultur werden – vor der Kulisse des sich rasant verändernden Emschertals – besonders im Kaisergarten sichtbar, der als größtes Ausstellungsexponat direkt an die Ludwig Galerie im Schloss Oberhausen grenzt und gerade auf Anregung der Emschergenossenschaft gemeinsam mit der Stadt Oberhausen nach den Entwürfen von den Preisträgern des Deutschen Landschaftsarchitekturpreises 2009, dem Essener Büro Davids I Terfrüchte + Partner in enger Anlehnung an die historischen Strukturen gestalterisch und ökologisch aufgewertet wird.
In diesem einzigartigen grünen Revier, wo sich Kappes (Realität und Nutzen) und Zypressen (Traum und Erlesenes) treffen, spiegelt sich das wechselseitige Spannungsverhältnis gesellschaftlicher und kultureller Transformationsprozesse der Industrialisierung. Die Gegenwart gestaltet diesen Prozess weiter.
Hochkarätige Gemälde und Skulpturen, historische Gartenmöbel und Pläne geben erstmals in einem Kunstmuseum einen umfassenden Überblick über die Gartenkunstgeschichte an Emscher und Ruhr. Gezeigt werden Gemälde von regional bedeutenden Künstlern, wie zum Beispiel Fritz Gärtner oder Carl Emil Uphoff aber auch Malern internationalen Ranges, darunter Emil Nolde und Heinrich Vogeler. Es werden Werke von berühmten Architekten, wie zum Beispiel Hermann Muthesius und Paul Schultze-Naumburg gezeigt. Natürlich werden auch besonders schöne historische Gartenpläne präsentiert. Für Liebhaber bibliophiler Kostbarkeiten wird ein kleines Bücherkabinett mit antiquarischen Garten- und Pflanzenbüchern ausgestellt.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Emschergenossenschaft. Ermöglicht wurde die Realisierung der Ausstellung und des Kongresses mit Fördermitteln der EU, des Landes NRW und der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege.


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Der Eros der Nasen
Comics von Ralf König

20. 9. 2009 bis 31. 1. 2010

Die Knollennase ist sein Markenzeichen, die Beobachtung (homo)erotischen Miteinanders sein Inhalt: Ralf König (*Trommelwirbel TUSCH*) zeigt die originalen Zeichnungen seiner Bildergeschichten in der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen.
Die Ludwig Galerie widmet ihm die erste große und umfassende Ausstellung überhaupt. Mit internationalen Preisen ausgestattet – seine Comics in 15 Sprachen übersetzt – ist nun erstmals ein Überblick über sein Schaffen in Originalen zu sehen.
Bewegte Männer und Stutenkerle, Sahneschnittchen und Zitronenröllchen tummeln sich durch seine Storys und haben Ralf König nicht nur zu dem wichtigsten deutschen Comiczeichner, sondern auch zum bedeutendsten Sympathieträger der Schwulenbewegung gemacht.
1960 im Westfälischen bei Soest geboren, wuchs er im katholischen Umfeld auf, erzählte schon als Kind gern Geschichten, wurde Tischler und studierte auch an der Kunstakademie in Düsseldorf. „Der bewegte Mann“ machte ihn 1986 einem breiteren, zunehmend heterosexuellen Publikum bekannt. Seine Comics wurden verfilmt oder erfolgreich als Puppenspiel aufgeführt. Immer wieder griff König auf klassische literarische Stoffe zurück, wie "Lysistrata" – frei nach Aristophanes oder "Jago" – frei nach Shakespeare. Im "Kondom des Grauens" lässt er eine Parodie auf die Figur des Privatdetektivs Philipp Marlowe auftreten. Dem Thema Aids näherte er sich in Superparadise-Nebenwirkungen. Und auch die eigene (Kurz-)Biografie packte er 1993 in eine freche gezeichnete Geschichte … und das mit links.
In Prototyp und Archetyp, seinen beiden neuesten Büchern, gibt er Einblick in die knollennasige Schöpfungsgeschichte sowie Bau und Treiben um und auf der Arche Noahs. Er wendet sich hier dem Thema Religion zu und geht höchst eigenwillig mit den Geschichten der Bibel um. Kritisch hat sich König zum Karikaturenstreit und dem Islam geäußert und damit deutlich Stellung für Meinungs- und Pressefreiheit bezogen. 2006 erhielt er dafür den „Max-und-Moritz-Preis“ in Erlangen. Auch sein Sitz im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung zeigt seine klare Stellungnahme zum friedlichen und gleichberechtigten menschlichen Zusammenleben.
Neben den Comicstrips werden großformatige Arbeiten von Ralf König gezeigt, die größtenteils speziell für die Oberhausener Präsentation geschaffen wurden. Die Ausstellung, mit der die Ludwig Galerie ihre Bedeutung als zentrales Ausstellungshaus für den Bereich Comic und Karikatur weiter ausbaut, verspricht spannende Einblicke in die (erotische) Welt der Nasen. Ralf König ist mehrmals persönlich vor Ort (siehe Termine) und ermöglicht den Knollennasen-Fans ein Kennenlernen aus nächster Nähe.


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Baselitz, Lüpertz, Penck & Co.
Zeichnerische Positionen aus der Sammlung Ludwig

28. 6. bis 6. 9. 2009

Georg Baselitz, Markus Lüpertz und A. R. Penck gehören wohl unbestritten zu den wichtigsten Protagonisten der Malerei in Deutschland. In den letzten Jahrzehnten prägten und prägen ihre Bildwelten die bildende Kunst, auch über Deutschland hinaus. Peter und Irene Ludwig erwarben für ihre Sammlung von allen drei Künstlern frühe Zeichnungskonvolute, die die Entwicklung nachvollziehen lassen, die Baselitz, Lüpertz und Penck zu ihren Themen und Formen geführt haben.
Baselitz wendet sich Ende der 1950er Jahre von den gestischen Formen ab und der Figur zu. Fast organisch aussehende Menschen und einzelne Körperteile prägen diese Phase. Es schließen sich die Helden und „Neuen Typen“ an, die mit den „Großen Freunden“ einen programmatischen Höhepunkt erlangen. In den späten 1960er Jahren dann beginnt Baselitz mit der Drehung seiner Motive. Die Zeichnungen verdeutlichen diesen Prozess, besonders bei dem ersten gedrehten Bildmotiv des „Wald auf dem Kopf“.
Mit der Dithyrambe führte Markus Lüpertz 1964 eine Form in die Kunst ein, die aufgrund ihrer ausgesprochen körperlichen Wirkung zwar gegenständliche Assoziationen nahe legt, aber nicht gegenständlich zuzuordnen ist. Seine Zeichnungen belegen den Weg dorthin. Weitere Gruppen verdeutlichen die Entwicklung seiner bekannten Bildgegenstände. Mantel, Helm, Schnecke, Drache und Fisch bevölkern die Zeichnungen, die „Stil-Bilder“ kennzeichnet ihre eigene Form.
Und auch die Entwicklung des Zeichensystems von A. R. Penck wird in dem Zeichnungskonvolut aus der Sammlung Ludwig ablesbar. Bereits bei frühen Systembildern interessiert sich Penck für die Bedeutung von Zeichen bei der Vermittlung von Informationen. Ab 1968 versuchte er in den „Standart-Bildern“ ein Zeichensystem zu entwickeln, das in seiner Eindeutigkeit wissenschaftlichen Systemen entspricht und wie Verkehrszeichen einen Signalcharakter mit einer Handlungsaufforderung verbinden sollte. Mit seiner Übersiedlung nach Westdeutschland 1980 erhielten die Bilder im Nachhinein politische Dimensionen.
Die in Kooperation mit dem Ludwig Forum für internationale Kunst und der Ludwig Stiftung in Aachen entstandene Ausstellung gibt im Kleinen Schloss erstmals einen Einblick in die internationalen Grafikbestände der Sammlung Ludwig aus West- und Osteuropa sowie aus Asien und Kuba.


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Bergung - Burkhard Held
Querschläge – Klasse Burkhard Held an der Universität der Künste Berlin

Der Kunstverein Oberhausen zu Gast in der Ludwig Galerie

17. 5. bis 14. 6. 2009

Lange hat Burkhard Held Boxer gemalt. Die Leinwand wurde ihm zum unentrinnbaren Boxring. Konzentrierte Anspannung, Brutalität und äußerst physische Präsenz brachten Bilder hervor, die bis zum Bersten von den einzelnen Köpfen ausgefüllt waren. Diese FACESCAPES sind nicht bloß Wiedergaben des Kampfgeschehens, sondern entstehen vielmehr aus dem kämpferischen Zusammenprall von Kräften in der Farbe.
Mit der Zeit aber brachen diese aufgeschlagenen Physiognomien auf und breiteten sich offen als Gesichtsfetzen oder lose ineinander gestrichene Flecken auf der Leinwand aus. Risse und harte Bruchkanten taten sich auf. Zunächst fast unmerklich wurden aus den Boxerporträts, dann aber immer offensichtlicher Landschaften und zuletzt massiv gelagerte und eindrückliche Bergporträts.
Die Ausstellung „Bergung“ versammelt Bilder der vergangenen fünf Jahre und zeigt den eindrücklichen Wandel von den farbkräftigen Boxerporträts über die sich mehr und mehr in Landschaft auflösenden Köpfe hin zu den massiv auf den Leinwänden ragenden Bergmassiven. Aus dem überschaubaren Boxring hat sich Burkhard Held im vollen Vertrauen auf die Malerei ins Freie der Leinwand begeben.

Querschläge – Klasse Burkhard Held an der UdK Berlin
Selbstbewusst und eigenwillig treten acht ehemalige und gegenwärtige Studenten ihrem Lehrer an der Berliner Universität der Künste entgegen. Die Ausstellung „Querschläge“ bietet die seltene Gelegenheit, die spannende Auseinandersetzung in einer Malereiklasse hautnah mit Ecken und Kanten, Sympathie und Aufbegehren mitzuerleben. Kann es doch nie darum gehen, dass die Studenten ihrem Lehrer allzu hörig nacheifern. Auf malerisch unterschiedlichste Weise haben sich Mohamad-Said Baalbaki, Josephine Behlke, Markus Gely, Natalia Korotyaeva, Regina Nieke, Min Young Park, Hyun-Jung Ryu und Johanna Silbermann vollkommen individuelle Handschriften erarbeitet. Alle profitieren dabei von der Haltung ihres Lehrers, jedoch ohne ihn zu imitieren. Wie aufregend es sein kann, den eigenen Platz in der Kunst zu suchen, zeigt die Ausstellung: Querschläge, die treffen!


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Jim Rakete
1/8 sec. - Vertraute Fremde

18. 1. bis 10. 5. 2009

„Die Achtelsekunde scheint mir wie der Wimpernschlag der klassischen Fotografie zu sein“, sagt Jim Rakete, einer der bekanntesten deutschen Fotografen. Seine Porträts lichtet er mit einer Plattenkamera ab, einer Technik aus der Frühzeit der Fotografie. In den eindrücklichen Bildnissen gibt der Berliner Einblick in die Welt von Film und Musik, von Kunst und Tanz, von Literatur und Politik.
„Vertraute Fremde“ zeigen die Bildnisse, deren Namensliste sich wie ein Who-is-Who des öffentlichen Lebens liest. Dabei ist es Rakete wichtig, seine Protagonisten ungeschminkt und als Menschen im Bild zu bannen. Heino Ferch, locker mit Kaffeetasse, Christiane Paul, hochschwanger am hektischen Bahnhof, daneben Helmut Schmidt mit unvermeidlicher Zigarette. In melancholischer Geste riecht der Künstler Jörg Immendorff an einer Nelke.

Die Musikszene, die Jim Rakete maßgeblich als Manager mit geprägt hat, ist nicht nur mit Nena und Ulla Meinecke vertreten, sondern auch mit Silbermond und Wir sind Helden. Einige der seltenen Farbaufnahmen, Nadja Auermann und Polina Semionova zeigend, beleuchten diesen Teil seiner Arbeit. Raketes versteckte Vorliebe für Hasen wird nicht nur auf der Rückseite des gleichnamigen Fotografiebuches sichtbar.

Die Ludwig Galerie Schloss Oberhausen zeigt rund 130 dieser beeindruckenden Porträts. Die Bilder seien ein Schnelldurchlauf zu den prägenden Personen vieler Lebensbereiche (Musik, Film, Politik und Sport, Kunst) mit einer sehr langsamen (Platten-)Kamera, so Jim Rakete. Eine Hommage an die Silberfotografie entstand, deren Ära gerade zu Ende geht. Um einen Eindruck in die schlichte Arbeitsstimmung dieser Art der Fotografie zu geben, findet sich in der Ausstellung eine Studiosituation, in der auch die treue Plattenkamera, der zerknitterte Hintergrund aus manchem Foto und ein paar Originalplatten zu sehen sind.
Detailliert und intensiv stellt das filmische Künstlerporträt von Claudia Müller Jim Rakete vor. Für MA VIE begleitete sie den Fotografen das Jahr 2007 über und hielt an fünf Drehtagen fest, wie lang 1/8 sec. sein kann.


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Figuren und Ikonen
Grafik von Munch bis Kirchner, von Picasso bis Warhol

27. 9. 2008 bis 4. 1. 2009

Das Bild des Menschen hat seit der Moderne eine intensive Verwandlung erfahren. Die Avantgarden setzen sich mit innovativen Darstellungsformen auseinander und gehen neue Wege. Die Ausstellung beleuchtet dieses Phänomen. Beginnend bei Edvard Munchs frühem Meisterwerk Madonna wird der Bogen bis zu den Popikonen Andy Warhols gespannt.

Die Tanzfiguren Ernst Ludwig Kirchners entwickeln ihre verschlungenen Rhythmen, die Figuren der Brücke-Künstler wie Heckel, Schmidt-Rottluff, Pechstein oder Müller differenzieren Darstellungsformen. Nolde, Kandinsky, Dix und Beckmann führen ebenso in ein verändertes Menschenbild ein wie die lasziven Akte Egon Schieles.
In großer Breite schafft Picasso neue Formen des menschlichen Abbildes, vom kargen Mahl über die Gauklerbilder reichen seine Arbeiten vom prismatischen Duktus des Kubismus über historische Variationen bis zu den experimentellen Weißliniendrucken. Verschiedene Porträts seiner Lebensgefährtinnen geben Einblicke in private Beziehungen.
Die Popikonen Andy Warhols markieren einen künstlerischen Endpunkt bei der Stilisierung des Menschenbildes im 20. Jahrhundert. Neben Tickets, Blumen und Kühen dominiert die Figur als darstellungswürdiges Kunstobjekt. Warhol hat unseren Blick auf Filmikonen wie Marilyn Monroe, Liz Taylor und Jane Fonda maßgeblich geprägt.

In teils großformatigen, farbigen Drucken, Probedrucken und Unikaten führt die Ausstellung die Veränderungen von der Figur zur Ikone in meisterlichen Bildern vor Augen und beeindruckt auf den drei Etagen der Ludwig Galerie mit dem Menschenbild im 20. Jahrhundert.


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Metamorphosen
Europäische Landschaften zwischen Industrie und Natur - Fotografien von Thomas Wolf

14. Juni 2008 bis 4. Januar 2009

Amsterdam, Barcelona, Manchester, Leipzig oder das Ruhrgebiet: Seit 1989 fotografiert Thomas Wolf den aufregenden Prozess des Wandels, der sich seit dem Ende des Industriezeitalters im Städtebau dieser europäischen Metropolen vollzieht. Diese Metropolen haben ihr städtebauliches Erbe aus dem Industriezeitalter nicht einfach abgerissen und entsorgt, sondern es den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gemäß transformiert, umfunktioniert, neu erfunden. Vor allem die riesigen stillgelegten Industriegebiete und Brachen wurden zu den neuen Zentren einer vitalen Stadtentwicklung, in die die alte Industriearchitektur integriert wurde. Seine Bilder sind keine traditionellen Architekturfotografien städtebaulicher Highlights, sondern Stadt-Landschaften im Panoramaformat, in denen man sehen kann, wie das Neue aus dem Alten herauswächst.
Die Fotografien von Thomas Wolf in einer Ausstellung in der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen zu zeigen liegt nahe, denn seit der Internationalen Bauausstellung Emscherpark und mit dem Jahrhundertprojekt des Emscherumbaus gehört das Ruhrgebiet zu den Metropolen Europas, in denen der Strukturwandel weit vorangeschritten ist.


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Thomas Hoepker
Photographien 1955 - 2008

14. 6. bis 14. 9. 2008

Es gibt Fotografien von Thomas Hoepker, die sich in unserem Bildgedächtnis fest verankert haben: die Hungersnot in Indien (1951), Leprakranke in Äthiopien (1963), das Boxidol Muhammad Ali (1966), die Rekrutenausbildung der US Marines (1970) und New York am 11. September 2001. Diese Bilder sollten nicht nur den Text veranschaulichen, sondern waren Teil spannender mehrseitiger Bildreportagen, deren Lebendigkeit ganz aus der visuellen Ausdruckskraft der Fotografien erwuchs.
Was uns bis heute an Hoepkers Bildern ergreift, ist sein „menschlicher Blick“. Er ist kein sensationsheischender Bildreporter, sondern ein neugieriger und sensibler Beobachter. Hoepkers Bilder stehen in der Tradition der „human interest photography“, mit der wir die Namen Dorothea Lange, Robert Frank, Henri Cartier-Bresson, Robert Capa u.a. verbinden, deren fotografische Haltung sich vor allem im Wirken der legendären Foto-Agentur MAGNUM ausprägte, der Hoepker seit 1989 angehört.
Die Retrospektive Thomas Hoepkers zeigt nicht nur Neugier und Intensität, mit der er sich immer wieder neu auf die menschlichen Dramen des Weltgeschehens eingelassen hat, sondern auch wie er für die verschiedenen fotografischen Aufgaben nach der angemessensten Ausdrucksformen gesucht hat.
Die Ausstellung wurde von Thomas Hoepker in Zusammenarbeit mit MAGNUM Photos Paris und dem Fotomuseum im Münchner Stadtmuseum erarbeitet.


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Deix in the City

8. 3. bis 8. 6. 2008

Dreister Tabubruch, ätzender Spott, unbändige Fleischeslust und barocke Sinnenfreude sind Markenzeichen des österreichischen Satirikers Manfred Deix. Feist, aufgeblasen und gemein karikieren seine Figuren das „gesunde Volksempfinden“. Politiker, Polizisten, Priester, Päderasten, Perverse, Prostituierte, Touristen, Ausländer, Arbeitslose und Neonazis – sie alle finden wir in seinem prallgefüllten Bilderkosmos.
Beim Betrachten dieser Bilder in der Ausstellung hält man anfangs die von ihm gezeichneten Typen für monströse Ausgeburten seiner Phantasie, bis man später überrascht feststellt, dass die Menschen auf der Straße wirklich alle wie von Deix gezeichnet aussehen. „Die Satire unserer Wirklichkeit“, meint Deix, „übertrifft heute längst das Vorstellungsvermögen eines Karikaturisten.“ Er sieht sich deshalb nicht als „Übertreiber“, sondern als „Behübscher“ und „Verharmloser“ der täglichen Realsatire – als ein Zeichner, der „lustvoll etwas Schönheit unters Volk streuen“ will.
200 originale Zeichnungen von Deix zeigt die Ludwig Galerie – darunter auch seine neue Biographie Arnold Schwarzeneggers „Die nackte Wahrheit".
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Karikaturmuseum Krems und dem Wilhelm-Busch-Museum Hannover.


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Herzenspein und Nasenschmerz
Wilhelm Busch und die Folgen

13. 10. 2007 bis 24. 2. 2008

Wilhelm Busch vor allem war es, der mit seinen legendären Bildergeschichten von Max und Moritz, der frommen Helene, Plisch und Plum, Hans Huckebein, Fips dem Affen u.a. die Bilder das Laufen lehrte. Was uns bis heute an den Comics „Little Nemo“ von Winsor McCay und den frühen Disneyfilmen „Silly Sinphonies“ fasziniert – erfunden hat diese bewegte Bilderwelt Wilhelm Busch. Er versuchte seine Geschichten nicht mehr wie die Künstler vor ihm in einem Bild auszudrücken, sondern erzählte sie in einer Abfolge von Bildern, deren furiose Dramaturgie den Betrachter geradezu suggestiv in das Geschehen hineinzieht: Ständig wechseln Blickpunkt und Perspektive, Totale und Nahsicht, Detailbesessenheit und die Gewalt seiner dynamischen Linienführung.
Auch seine Malerei war absolut modern. Franz Marc bezeichnete Wilhelm Busch als „ersten Futuristen“, weil er mit seinem furiosen Pinselschlag den Bildern jedwede innere Stabilität nahm und sie in einen allesbewegten Farbkörper verwandelte.
Seine Bilder idealisieren nicht, sondern karikieren, deformieren, verzerren, verballhornen das Ideale und geben das Gute der Lächerlichkeit preis. „Herzenspein und Nasenschmerz“ zeigt, dass die Karikatur von der Bösartigkeit, Gehässigkeit und Schadenfreude lebt.
Neben den Meisterwerken Wilhelm Buschs werden Werke von: Callot, Carracci, Gillray, Rowlandson, Hogarth, Grandville, Toepffer, Dirks, McCay, Disney, Heine, Flora, Pericoli, Searle, Sempé, Topor, Ungerer u.a. gezeigt
Kooperationspartner der Ausstellung: Wilhelm-Busch-Museum Hannover


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Napoleon
Genie und Despot

2. 6. bis 23. 9. 2007

Napoleon – Genie und Despot zugleich – polarisiert bis heute unser Denken: Für die einen ist er das Genie, das Europa aufrüttelte und die Ideen der Menschenrechte auf dem ganzen Kontinent verbreitete, für die anderen ist er der machtbesessene, kriegslüsterne Despot, der die ganze Welt seinen Ideen unterwerfen wollte.
In der Ausstellung begegnen sich idealisierende Repräsentation und bissige Karikatur in Meisterwerken der hohen und der trivialen Kunst. Nie zuvor haben die bedeutendsten Künstler einer Zeit eine Persönlichkeit so leidenschaftlich verehrt und gehasst wie Napoleon.
Die Ausstellung zeichnet den Weg Napoleons nach von der Machtergreifung bis zu seiner Verbannung auf die Insel St. Helena. Ausgangspunkt ist zum einen die reiche, einen frühen Höhepunkt der Karikatur darstellende satirische Bildproduktion in Europa, die seinen Lebensweg kritisch spiegelt. Zum andern ist aber das Zerrbild erst im Kontrast zum Idealbild verständlich. Deshalb werden den Karikaturen eindrucksvolle Beispiele des von Napoleon systematisch inszenierten Herrscherkults in den Bildkünsten durch Bildnisse, Portraitbüsten, Totenmasken und Devotionalien gegenübergestellt. Diametral entgegengesetzte künstlerische Sichtweisen treffen so aufeinander und vermitteln einen faszinierenden Eindruck der widersprüchlichen Persönlichkeit Napoleons.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Wilhelm-Busch-Museum Hannover, dem Napoleonmuseum Schloss Arenenberg am Bodensee u.a.


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Eine Reise ins Heilige Land
Die barocke Großkrippe der Sammlung Ludwig

16. 11. 2007 bis 24. 2. 2008

In der Panoramagalerie des Kleinen Schlosses ist die einzigartige Weihnachtskrippe der Sammlung Ludwig in einer raumgreifenden Inszenierung zu sehen. Die Krippe erzählt in barocker Pracht und Illumination die Stationen der Weihnachtsgeschichte.
Die Weihnachtskrippe der Sammlung Ludwig ist das „Glanzlicht“ des Bamberger Krippenweges: eine barocke Großkrippe aus dem 18. Jahrhundert mit mehr als 450 Figuren. Die Heimat der Krippe ist Rottenburg am Neckar. Generationen haben daran gearbeitet, das heilige Geschehen in wundervoller Form anschaulich zu machen. Wie auf einer großen Schaubühne agieren die in kostbare Barockbrokate gewandeten Darsteller. Das weihnachtliche Geschehen ereignet sich in einer orientalischen Landschaft auf mehreren Ebenen. Zu bestaunen sind: die Verkündigung der Geburt Christi, der Chor der himmlischen Heerscharen, die Hirten auf dem Weg nach Bethlehem, Christi Geburt, seine Darbringung im Tempel und der Zug der drei Weisen aus dem Morgenlande.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit der Sammlung Ludwig in Bamberg, ergänzt um Leihgaben aus dem Museum Schnütgen, Köln.


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Living Stones
Die Natur als Künstlerin

10. 2. bis 20. 5. 2007

Die Ausstellung macht die faszinierende Vielfalt der Beziehungen zwischen der Formenwelt der Natur und der Kunst erlebbar. Die Steine aus über 2 Milliarden Jahren und die Fotografien von Albert Renger-Patzsch, Alfred Ehrhardt und Karl Blossfeldt zeigen: Natur und Kunst sind gleichermaßen durchdrungen von Kräften schöpferischer Formgebung.
„Living Stones“ beginnt mit einem kulturgeschichtlichen Prolog: mittelalterliches Bergkristallkreuz und Bergkristallstufe, alte chinesische Gelehrtensteine und bizarre Steinformen. Das Miteinander bedeutender Kunstwerke und kostbarer Steine aus der Sammlung Ludwig macht die Unterschiede des europäischen und fernöstlichen Naturverständnisses sichtbar.
Das 64 Fotografien umfassende Spätwerk „Gestein“ von Albert Renger-Patzsch zeigt den seit Milliarden Jahren sich vollziehenden Kreislauf des Werdens und Vergehens – die „Wachstumsphasen“ des Gesteins der Erde. Die Fotografien Renger-Patzschs, Blossfeldts und Ehrhardts stehen dabei im spannungsvollen Gegensatz zu den einzigartigen Gesteinsfunden und Kristallen. Wie sonst nur Kunstwerke werden die Steine in der Ausstellung als schöpferische Formen der Natur kostbar präsentiert. Indem der Betrachter mit all seinen Sinnen in ihre Schönheit eindringt, beginnen die Steine zu erzählen. Denn jeder von ihnen hat eine eigene Biografie wie der große vor 30000 Jahren auf die Erde ge stürzte Eisen-Nickel-Meteorit, der aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter stammt und vor 4,5 Milliarden Jahren mit dem Sonnensystem geboren wurde.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Ruhrmuseum Essen, der Sammlung Ann und Jürgen Wilde, Zülpich und der Alfred-Ehrhardt-Stiftung, Köln. Die Leihgeber der kulturgeschichtlichen Werke sind: Museum für Ostasiatische Kunst, Köln, Museum Schnütgen, Köln, Suermondt-Ludwig-Museum, Aachen.


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Gartenträume
Plakatkunst von Mucha bis Staeck

9. 9. 2006 bis 26. 11. 2006

Die Ausstellung zeigt 150 herausragende Werke der Plakatkunst des 19. und 20. Jahrhunderts, die in vielfältigster Weise Blumen, Pflanzen, Natur- und Landschaftserleben zum Thema haben. Bedeutende Plakatkünstler von Alphonse Mucha, Ludwig Hohlwein bis Uwe Loesch und Klaus Staeck haben wichtige Werke der Gebrauchsgrafik geschaffen, in denen der Wandel der Natur über mehr als 100 Jahre sichtbar wird.
In der Plakatkunst haben Gartenträume seit dem 19. Jahrhundert ihren faszinierendsten visuellen Ausdruck gefunden. Bedienten sich die Plakatgestalter in der Gründerzeit noch weitgehend der Bildsprache der Malerei, so verwandelten sie in der Zeit des Jugendstils das Plakat in ein spektakulär organisches Ornament, dessen Dynamik vom Rhythmus der Natur beherrscht war. In der Zeit des Art Déco und der Neuen Sachlichkeit fand das Plakat dann zu seinen eigenen Ausdrucksmitteln: große, farbige Flächen, einprägsame Linien und lapidare Schriften verschmelzen seitdem in den Meisterwerken der Plakatkunst zu spannungsgeladenen Bildorganismen von monumentaler suggestiver Kraft.
Die Ausstellung ist aber nicht nur kunstgeschichtlich, sondern auch kulturgeschichtlich interessant. Wird doch in den Plakaten sichtbar, welch tiefgreifende Veränderungen sich im letzten Jahrhundert in unserer Wahrnehmung der Natur und den Anstrengungen, sie wiederzugewinnen vollzogen haben. Von der exotischen Blumenschau, der Gartenlaube und dem Hausgarten bis zur Parkstadtbewegung, der Begrünung der Städte und der Renaturierung der Landschaft.
Die Ausstellung aus der Sammlung Peter Drecker wird ergänzt durch Leihgaben des Deutschen Plakat Museums Essen.


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Henri Cartier-Bresson
Photographien und Zeichnungen

27. 5. 2006 bis 27. 8. 2006

In der Ausstellung sind 150 photographische Meisterwerke zu sehen, die Henri Cartier-Bresson (1908 – 2004) in seinen letzten Lebensjahren selbst als “kleine Retrospektive“ zusammengestellt hat. Wir begegnen vielen der uns vertrauten Bilder aus Frankreich, Mexiko, Spanien, Amerika, Russland, Indien und China, die uns bewusst machen, wie stark dieser Photograph das Bild des Menschen im 20. Jahrhundert geprägt hat.
Das einzigartige dieser Ausstellung ist: die Photographien werden in der Ludwig Galerie zum ersten Mal gleichberechtigt zusammen mit seinen Porträt-, Akt-, und Landschaftszeichnungen gezeigt – hat doch Henri Cartier-Bresson in den letzten drei Jahrzehnten seines Lebens nur noch gelegentlich photographiert, und seine schöpferische Kraft ganz dem Zeichnen zugewandt. Er selbst sah darin nur einen Wechsel des „Handwerks“, denn das Zeichnen war für ihn gleichermaßen wie das Photographieren höchste geistige Konzentration, um die erregenden Vibrationen des Lebens im Bild festzuhalten.
In die Ausstellung sind Filme einbezogen, in denen Henri Cartier-Bresson über seine abstruse Begierde spricht, mit der Kamera und dem Zeichenstift „ins lebendige Herz der Menschen und Dinge einzudringen und diesen entscheidenden Augenblick der Berührung“ zu bannen. Darüber hinaus sind einige der legendären originalen Zeitschriften (LIFE, Paris Match, stern und DU) zu sehen, in denen Cartier-Bressons Photoreportagen seit 1937 erstmals gedruckt wurden.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit MAGNUM Photos Paris.


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Deutsche Bilder aus der Sammlung Ludwig

11. 2. bis 14. 5. 2006

Peter und Irene Ludwig sammelten seit den 1970er Jahren gleichermaßen Werke bedeutender Künstler aus Deutschland-West und Deutschland-Ost: Altenbourg, Baselitz, Beuys, Ebersbach, Fetting, Grützke, Heisig, Immendorff, Kiefer, Klapheck, Lüpertz, Mattheuer, Metzkes, Penck, Polke, Richter, Schultze, Sitte, Stelzmann, Stötzer, Tübke, Vostell u.a.
„Deutsche Bilder" zeigt erstmals miteinander Werke aus dieser Sammlung auf einer Augenhöhe – deutsch-deutscher Bilderstreit als eine Begegnung der Bilder. Die Ausstellung versucht, dem in den vergangenen Jahren oft verbissen geführten Bilderstreit durch das Miteinander der Bilder eine erlebbare Gestalt zu geben. Es ist die Eigenart der Kunst, dass ihr Reichtum und ihre Faszination nur durch die Betrachtung der originalen Werke erfahrbar sind. Es bedarf mehr als bisher der Begegnung dieser Bilder in Ausstellungen, damit wir sehen, was sie unterscheidet; aber auch, was sie verbindet.
Die Ausstellung bezieht Werke mittelalterlicher Kunst aus der Sammlung Ludwig sowie des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit aus anderen Sammlungen ein, um anzuregen, die vielgestaltigen historischen Wurzeln deutsch-deutscher Kunst stärker als bisher wahrzunehmen.
Die Werke aus der Sammlung Ludwig sind Leihgaben des: Museum Ludwig Köln, Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen, Suermondt-Ludwig-Museum Aachen, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Ludwig Museum Budapest, Museum Ludwig im Staatlichen Russischen Museum, St. Petersburg, Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, Museum Ludwig Koblenz u.a.


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leicht und weit
Brücken im Neuen Emschertal

15. 10. 2005 bis 29. 1. 2006

Die Ausstellung zeigt in 90 monumentalen Fotografien und Filmen von Thomas Wolf den Wandel des Ruhrgebiets von der ehemaligen Montanregion zu einer einzigartigen Brückenlandschaft. Fast 10000 Brücken bilden hier ein dichtes Netz aus Schienen, Leitungen und Wasserläufen. Ein System, das an Venedig und Amsterdam erinnert, aber hier durchdringen die Brücken nicht nur eine Stadt, sondern eine ganze Region. Mit dem Niedergang der Montanindustrie kamen auch große Teile des Systems zum Stillstand. Der wirtschaftliche Stillstand wurde als Chance für den Menschen erkannt. Man riss das Netz der Verkehrswege und Brücken nicht ab, sondern öffnete es für die Menschen. In den 1990er Jahren begannen die IBA-Emscherpark, der RVR (früher KVR) und die Emschergenossenschaft auf stillgelegten Trassen und Deichen der Industrie ein Netz von Wander- und Fahrradwegen anzulegen. Der Bau neuer und die Sanierung alter Brücken wurde in diesem Prozess zum Symbol dafür, dass die zerrissene Landschaft für den Menschen wieder begehbar und körperlich erfahrbar wird. Aus Wirtschafts-Wegen werden Menschen-Wege.
Die von den Architekten Schlaich, Polonyi, Frei Otto, Foster, Hegger und Schleiff, Wörzberger, Pahl und Weber-Pahl u.a. entworfenen neuen Brücken verbinden nicht nur die Landschaft, sondern fordern die Menschen auch zum Verweilen auf.


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Gottfried Helnwein
Beautiful Children

19. 6. bis 3. 10. 2005

Er gilt als Meister des Schockierenden. Der österreichische Maler Gottfried Helnwein bricht Tabus und konfrontiert den Betrachter mit seinen hyperrealistisch gemalten Visionen. Das zentrale Thema de 100 zumeist großformatigen Bilder Helnweins ist das Kind – nicht als unschuldiges und liebenswertes, sondern als verletztes, entblößtes, gedemütigtes und misshandeltes Wesen. Die Leidensfähigkeit des Menschen, das wohl erschütterndste Motiv in der Geschichte der Kunst, führen uns die Bilder Helnweins am Schicksal des Kindes schonungslos vor Augen. Das Schockierende seiner Darstellungsweise ist, dass er uns die lieb gewordenen Klischees von der glücklichen Kindheit zerstört und uns Betrachter zu Mitwissern, Augenzeugen und Mittätern des zum Himmel schreienden Unrechts macht.
Dabei kann sich der Betrachter der Faszination der Bilder Helnweins kaum entziehen, denn in ihnen verschmelzen die minutiöse Detailgenauigkeit der Fotografie mit dem inneren Leuchten altmeisterlicher Malerei zu einer geradezu magischen Oberflächenwirkung. Dieses innere Leuchten durchdringt die Figuren und Gegenstände seiner Bilder, scheint sie – wie wir es von Andachtsbildern kennen – zu erheben und zu transzendieren. Was wir jedoch dann auf den Bildern sehen, ist kein ergötzliches Heilsgeschehen, sondern sind apokalyptische Szenen.
Nur wenige Künstler haben das Spannungsfeld zwischen Malerei und Fotografie so tief erkundet wie Helnwein. Auf den ersten Blick lassen uns seine Bilder im Unklaren darüber, ob es sich um Malerei oder Fotografie handelt. Was wie fotografierte Wirklichkeit erscheint, erweist sich bei genauem Hinsehen als gemalt. Seine Bilder über das Kind, aber auch über die Katastrophen der Geschichte und unserer Zeit erscheinen uns deshalb – wie seine Portraits bedeutender Persönlichkeiten von Arno Breker bis Andy Warhol, Che Guevara und Marilyn Manson – irritierend vieldeutig: Schein und Sein, Maske und Gesicht, Bild und Wirklichkeit verschwimmen bis zur Unkenntlichkeit.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Wilhelm-Busch-Museum Hannover.


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Die Wunder der Natur
Romanische Kapitelle, alte Pflanzenbücher, Blossfeldts Fotografien

5. 3. bis 4. 6. 2005

Die Ausstellung zeigt Werke aus drei einzigartigen Kunstsammlungen: Fotografien von Karl Blossfeldt aus der Sammlung Ann und Jürgen Wilde, Zülpich, romanische Blütenkapitelle aus dem Museum Schnütgen, Köln und alte Pflanzenbücher aus der Staatsbibliothek Bamberg. So verschieden das Material ist, in dem diese Darstellungen von Künstlern, Handwerkern und Wissenschaftlern in einem Zeitraum von fast 1000 Jahren geformt wurden, sie singen alle das „Hohelied“ auf die schöpferischen Kräfte der Natur.
Die Welt der Pflanzen fotografierte Karl Blossfeldt in 2 bis 40-facher Vergrößerung, um anschaulich zu machen, dass die Kunstgeschichte aus den Formen der Natur gewachsen ist. Was sich uns, wie Walter Benjamin schrieb, beim Betrachten dieser Fotografien als kunstgeschichtlich assoziative Vorstellungen geradezu aufdrängt, wird im Prolog der Ausstellung wirklich miteinander gezeigt: Das Foto des Straußfarns und ein goldener Bischofsstab, das Blatt des Steinbrechs und eine gotische Fensterrose, eine Akantuspflanze und ein mittelalterlicher Gobelin.
Erstmals sind in dieser Ausstellung Blossfeldts Fotografien zusammen mit romanischen Kapitellen aus dem 10. bis 13. Jahrhundert zu sehen. Sie verbindet über 1000 Jahre hinweg die Ehrfurcht und Neugier der Künstler und Wissenschaftler gegenüber den schöpferischen Kräften der Natur.
In den alten Kräuter- und Pflanzenbücher wird jede Pflanze in Wort und Bild exakt dargestellt und ihre Anwendung als Lebensmittel, Arznei oder Gift beschrieben, zugleich aber versuchen die Abbildungen, die Pflanze immer auch als einzigartige Schöpfung würdevoll und großartig darzustellen. Diesen Künstlern und Wissenschaftlern ging es gleichermaßen um Erkenntnis und Erbauung.
Die einzigartigen Formen der Kunst, die bisher für uns allein der Ausdruck der schöpferischen Gestaltungsfähigkeit des Menschen waren, sind in jeder unscheinbaren Pflanze verborgen. Mensch und Natur sind als schöpferische Wesen auf wunderbare Weise miteinander verbunden.


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Welt der Gefäße
Von der Antike bis Picasso

9. 10. 2004 bis 30. 1. 2005

Die Ausstellung präsentiert 130 Meisterwerke des Kunsthandwerks aus 5000 Jahren aus den Sammlungen Peter und Irene Ludwig sowie anderen bedeutenden Museen und Privatsammlungen. Die altägyptische Kinderurne, die griechische Bauchamphora, das iranische Spendegefäß, das präkolum-bischen Figurengefäß, die altchinesische Standamphore, die koreanische Kalebasse, der mittelalterliche Kelch. Die Faszination der in der Ausstellung gezeigten Meisterwerke des Kunsthandwerks macht verständlich, dass diese Gefäße einstmals geheimnisvolle, Leben spendende und Leben vernichtende Kräfte waren, in deren anthropomorphen, zoomorphen biomorphen und geomorphen Gestalten die Energien der Natur und des Menschen eingeschlossen waren. Eine pantheistische Weltauffassung durchdringt die „Welt der Gefäße“, die in der Neuzeit ebenso in Vergessenheit geriet wie die zentrale Rolle, die die Gefäße in der matriarchalischen Kultur und Kunst hatten.
Vielfältige Metamorphosen hat das Gefäß seither erfahren. Einzigartige Porzellane und Fayencen aus Meißen, Delft und Straßburg zeigen, wie im Glanz des Barock und Rokoko aus dem Gefäß als universellem Symbol des Schöpferischen ein galanter, zierlicher Tischschmuck von höchster Kunstfertigkeit wurde.
Meisterwerke der Keramik von Pablo Picasso stehen am Ende der Ausstellung. Trug er doch nach der Reformbewegung des Jugendstils wesentlich dazu bei, der im 19. Jahrhundert zum Kunstgewerbe verkümmerten Keramik neue Impulse zu geben.


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Günter Grass
Grafik und Skulptur

1. 5. bis 4. 7. 2004

Im Mittelpunkt dieser Ausstellung, die 220 Zeichnungen, Manuskriptseiten, druckgraphische Zyklen, Aquarelle und Skulpturen zeigt, steht die spannungsvolle Beziehung zwischen Zeichnen und Schreiben. Zusammen mit zum Teil bisher noch nicht ausgestellten Werken aus dem Privatbesitz von Günter Grass gibt sie den bisher wohl vielfältigsten Einblick in sein bildnerisches Schaffen, das sich seit nunmehr fünf Jahrzehnten entwickelt hat.
Schreiben, Zeichnen und plastisches Formen sind im Schaffensprozess von Günter Grass gleichermaßen wichtige, einander durchdringende und befruchtende Ausdrucksformen seiner Künstlerpersönlichkeit. Lange bevor Günter Grass das Märchen vom „Butt“ als Roman aufschrieb, wurde der Plattfisch mit Pinsel, Kohle und Bleistift gezeichnet; dagegen entstanden die Grafiken zum „Tagebuch einer Schnecke“ erst nach der Niederschrift des Manuskripts. Die ersten 20 Seiten des Romans „Die Rättin“ schließlich begann er nicht auf Papier zu schreiben, sondern in feuchte Tonplatten.
Zeichnen hilft Günter Grass vor allem, die übersehenen, vergessenen und verdrängten Dinge, über die er schreiben will, sinnlich-gegenständlich erlebbar zu machen.: Erst ins grafische Blatt übersetzt, beweist eine Wortmetapher, ob sie Bestand hat.“ Seine Lust gegenständlich zu zeichnen gibt den Dingen, von denen er in seinen Bildern und Texten erzählt erst jene überwältigende Anschaulichkeit, die uns das Leben in seiner geradezu grotesken Phantastik mit all ihren Gerüchen, Ausscheidungen, Hysterien, Lustbarkeiten und Gewalttätigkeiten zum Riechen, Schmecken und Anfassen nahebringt. Die in seinen Bildern erweckten Lebensenergien durchströmen gleichermaßen Mensch, Tier und Pflanze, verbinden sich zu einem barock ausschweifenden, grotesken Bestiarium.
Kooperationspartner: Das Günter Grass Archiv, Lübeck und das Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen.


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Park-Stadt Oberhausen
Wiedergeburt eines historischen Stadtzentrums moderner Architektur Fotografien von Thomas Wolf

7. 2. bis 18. 4. 2004

Die Ausstellung zeigt Oberhausen in einer Weise, die niemand von einer Industriestadt erwartet: In einem Meer aus Bäumen stehen Verwaltungs- und Wohnhäuser – wie in einem Park; kostbare Baumalleen durchdringen die Stadt wie ein Netz grüner Adern. Was im Zentrum Oberhausens von 1900 bis in die 1930er Jahre geschaffen wurde, war die Verwirklichung einer großen städtebaulichen Utopie der modernen Architektur: Die Mitte der Stadt selbst wurde zum Park gemacht.
Dem Stadtbaumeister Ludwig Freitag gelang es damals, nicht nur die besten Architekten der Berliner und Darmstädter Schulen zu Meisterwerken backsteinexpressionistischer Architektur anzuregen, sondern diese Gebäude sind mit den Parks und Baumalleen verwachsen zu einem einzigartigen Ganzen von faszinierender rhythmischer Bewegtheit.
Die Wiederherstellung der historischen Park-Stadt Oberhausen weist in ihrem Blick zurück zugleich weit in die Zukunft: War doch die Park-Stadt mit dem Ziel entwickelt worden, einen „gesunden Stadtkörper mit einem Netz ausstrahlender Alleen und Grünflächen als kraftvolle Adern und Lungen“ zu gestalten.


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ManMade Planet
Photographien von Wolfgang Volz

27. 9. bis 11. 1. 2004

"ManMade Planet" zeigt in 80 großformatigen Farbfotografien sowie 120 s/w Fotografien aus Amerika, Asien und Europa, wie unterschiedlich der Mensch in den verschiedenen Kulturen Landschaft gestaltet hat. Diese erstmals gezeigten Fotografien von Wolfgang Volz stehen in der Ausstellung in einem aufregenden Dialog mit seinen Bildern der legendären künstlerischen Eingriffe von Christo und Jeanne-Claude in die Landschaftsräume unseres Planeten.
Die faszinierenden Farbfotografien von Wolfgang Volz machen sichtbar, wie der Mensch mit der Landschaft – als der verletzbaren Haut unserer Erde – umgeht. Sie zeigen, dass es keine unberührte Natur gibt, sondern alle Landschaften der Erde vom Menschen geformt wurden. Während die urzeitlichen Steinkreise in Schottland und die imposanten Terrassierungen und Flussregulierungen im alten China sich organisch in die Landschaft einfügen, veranschaulichen uns die Industrielandschaften Amerikas und Europas wie sich der Mensch die Natur gewalttätig unterwirft und sie aussaugt.
„Wolfgang Volz“, schreibt Werner Spies, ist „das Auge von Christo und Jeanne-Claude“. Er hat die für den historischen Augenblick geschaffenen monumentalen Kunstereignisse in seinen Fotografien kongenial festgehalten und damit den utopischen Geist der Werke von Christo und Jeanne-Claude für die Ewigkeit anschaulich bewahrt.


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Gerhard Haderer
Unser täglich Wahnsinn

24. 5. bis 7. 9. 2003

Seit über zehn Jahren zeichnet Gerhard Haderer wöchentlich für die Zeitschriften „Stern" und „Profil" seine faszinierenden Karikaturen. Dabei begreift sich Haderer selbst nicht als Karikaturist, sondern als Realist. Er zeigt uns mit seiner peinlich genauen Beobachtungsgabe, wie wir wirklich aussehen oder genauer: was unser eifriges Streben, zeitgemäß, fit und dynamisch zu sein, aus unseren Gesichtern und Körpern, unserer Seele und unserer Umwelt gemacht hat.
Dabei beginnt alles immer so schööön: die glanzvolle Oberfläche voller kostbar gemalter Details lockt uns geradezu in seine Bilder hinein. Aber Haderer gestattet uns nicht, uns darin gemütlich einzurichten. Schaulust schlägt bald in Schauder um, denn was er so liebevoll biedermeierlich zeichnet, erweist sich beim genaueren Hinsehen als der hektisch alltägliche Wahnsinn unserer Wirk­lichkeit: Schönheitswahn, Fitnesswahn, Urlaubsstress, Familien-gemütlichkeit, Fresssucht, TV-Hörigkeit, Handymanie, Technikbesessenheit, Geschwindigkeitsrausch, Skandallüsternheit, Schmerzlust, Zerstörungswut, Gigantomanie und Egomanie. Haderers Zeichnungen zeigen uns darin nicht als beklagenswerte Opfer, sondern als fanatische Mitspie­ler, die ihre ganze Lebensenergie begeistert in diesen täglichen Wahnsinn einbringen. Haderers Zeichnungen zeigen, dass die Vision von Neil Postman: „Wir amüsieren uns zu Tode" längst keine Prophezeiung mehr ist, sondern Realität.
Die Ausstellung zeigt 140 originale Zeichnungen und Karikaturen, darunter auch die Bildergeschichte „Das Leben des Jesus", die im vergangenen Jahr in Österreich einen Skandal in Sachen „Verletzung religiöser Gefühle" auslöste.
Kooperationspartner: Wilhelm-Busch-Museum Hannover


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subjektive fotografie
Otto Steinerts Schüler in Saarbrücken

24. 5. bis 7. 9. 2003

Von Otto Steinert wurde 1951 mit den Ausstellungen „subjektive fotografie“ von Saarbrücken aus eine Ausdrucksform in Bewegung gebracht, die damals junge Fotografen aus ganz Europa ermutigte, ihre subjektiven Empfindungen, Gedanken und Ängste in kühnen Experimenten auszudrücken.
Die Ausstellung beginnt mit Werken der legendären Ausstellung "subjektive fotografie". Bilder von Moholy-Nagy, Man Ray, Hausmann und Bayer werden zusam­men mit Werken Otto Steinerts und seiner Schüler gezeigt. Letztere zeigen: Die Fotografieabteilung an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk Saarbrücken war damals ein produktiver Raum für die Entwicklung einer aus der eigenständigen Sprache des Mediums erwachsenen subjektiven fotografie, ein schöpferisches Laboratorium, in dem Otto Steinert gemeinsam mit seinen Schülern einen neuen fotografischen Stil hervorbrachte. Otto Toussaint schrieb 1959 in „Camera": „Diese Bilder waren andere Bilder. Ausgehend von dem Unternehmen der Neuen Sachlichkeit, doch deren Darstellungskühle und unpersönlich-technische Bildsicht überwindend, hatten Fotografen aus aller Welt einen neuen Stil geschaffen. Nicht Objektwiedergabe, sondern individuelle Erfassungen der Dingwelt, die durch das subjektive Empfinden als Gestaltungstendenz geschaffen werden. Auf den – nach überlieferter Lehre ,objektiven' – Fotos waren menschliche Seelenzustände sichtbar ge­macht. Fotografieren offenbarte sich als ein geistiggestalterischer Prozess. Eine Bildkunst war geboren, der aktuellen Situation des Menschen adäquat."
Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Sammlung Ann und Jürgen Wilde, Zülpich, unterstützt vom Saarland Museum Stiftung Saarländischer Kulturbesitz.


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Stories Supermodels
Fotografien von Peter Lindbergh

14. 2. bis 11. 5. 2003

Nadja Auermann, Milla Jovovich, Naomi Campbell, Linda Evangelista, Tatjana Patitz, Kristen McMenamy, Amber Valletta und Marie-Sophie Wilson sind einige der Supermodels und Stars, die Peter Lindbergh in seinen Fotografien zu Ikonen unserer Zeit gemacht hat. Was in der Vergangenheit als Göttinnen, Heilige und Amazonen, Hexen und Feen sehnsuchtsvoll an­gebetet und verflucht wurde, hat Peter Lindbergh durch seine fotografische Imaginationskraft in der Gestalt seiner Supermodels wiedergeboren. Das Rätselhafte, Sphinxhafte seiner Frauenbilder ist dabei deren innere Widersprüchlichkeit: starke Frauen, die zugleich zerbrechlich sind. Wim Wenders beschreibt in dem neuesten Lindberghbuch „STORIES", das der Ausstellung den Titel gab, diese Frauen als stark, aber ungeschützt, voller Hingabe aber unberührbar, vertraut und fremd zugleich. Mit den Ausdrucksmitteln der Modefotografie inszeniert Peter Lindbergh seine Stories an den ungewöhnlichsten Orten der Welt. Inmitten der gewaltigen Industriekulissen der Stahlwerke von Duisburg, den zerklüfteten Felsmassiven am Zabriskie Point, in den Straßenschluchten von Manhattan und an den verlassenen Stränden von Kalifornien lässt er seine Models agieren. Das sind Endzeitlandschaften, die durch die Künstlichkeit der sich in ihnen entfaltenden Geschöpfe zum Spielort moderner Mythen werden, die gleichermaßen real und märchenhaft sind. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Peter Lindberghs Story „Invasion", eine phantastische moderne Apo­kalypse von der Ankunft der Außerirdischen auf dem Planeten Erde.

„STORIES" ist die bisher umfangreichste Werkschau von Peter Lindbergh. Die 204 zumeist großformatigen Fotografien werden in dieser Ausstellung erstmals zusammen mit seinen ausdrucksstarken Dokumentarfilmen, wie dem Film über Pina Bausch, und seinen eindrucksvollen kommerziellen Werbespots gezeigt.


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China - Tradition und Moderne

12. 10. 2002 bis 2. 2. 2003

Die Ausstellung zeigt erstmals Meisterwerke alter und zeitgenössischer chinesischer Kunst. Sie macht das kulturelle Spannungsfeld wahrnehmbar, in dem sich die chinesische Kultur heute bewegt: zwischen der ehrfurchtgebietenden jahrtausende alten aus den Kräften der Tradition gewachsenen Kunst und einer durch die geschäftigen Energien des ökonomischen Fortschritts angetriebenen kulturellen Umwälzung, die alle traditionellen Wert- und Schönheitsvorstellungen in Frage stellt.
Einzigartige Werke wie das neunteilige Glockenspiel aus der Zhou-Periode (8. Jh. v. Chr.) und die Gruppe der Keramikkamele aus der Tang-Dynastie (8. Jh. n. Chr.) zeigen, dass die alte chinesische Kunst sowohl durch höchste geistige Verinnerlichung als auch durch erregende Expressivität geprägt war. Die Berührung dieser Kunstwerke aus verschiedenen Jahrtausenden in dieser Ausstellung kann deshalb dazu beitragen, dass wir Europäer die gewaltigen Widersprüche zwischen Tradition und Moderne, die sich heute in China vollziehen, besser verstehen lernen.
Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Museum für Ostasiatische Kunst Köln, dem Museum Ludwig Köln, dem Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen und dem China National Museum of Fine Arts Peking.


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Made in USA
Keith Haring, Robert Longo, Kenny Scharf, Bill Beckley

19. 1. bis 14. 4. 2002

Keine künstlerische Bewegung hat den amerikanischen Zeitgeist so faszinierend zum Ausdruck gebracht wie die Popart. Seit den 70er Jahren machen Künstler ver-schiedener Generationen wie Warhol und Lichtenstein, Haring und Longo, Scharf und Beckley die trivialen Dinge der amerikanischen Lebensweise immer wieder zu den Helden ihrer Bilder und die populäre Bildsprache der Illustrierten, Werbung, Fotografie und Graffiti zu ihren persönlichen Ausdrucksmitteln.
Auch die Werke von Keith Haring, Robert Longo, Kenny Scharf und Bill Beckley in dieser Ausstellung zeigen uns die amerikanische Spaßkultur, in der alles „happy", „funny" und „pretty" ist, aber es ist - wie Neil Postman es einst prophezeite – eine Gesellschaft „die sich zu Tode amüsiert". Sei es die expressive Ausdrucksweise der Graffiti in den Bildern von Haring und Scharf oder die sezierende Bildsprache der Fotografie von Longo und Beckley, ihre ebenso erheiternde wie erschütternde Faszination erwächst daraus, dass wir in diesen Werken spüren: in dem Getriebe der Spaßgesellschaft verbergen sich Hysterie, Beziehungsarmut, Gewalttätigkeit und Todesangst. Seit Andy Warhol gibt es diese Ambivalenz von Vergnügungslust und Todesangst in den Werken der Popart. Vieles von dem, was uns die Bilder von Keith Haring, Robert Longo, Kenny Scharf und Bill Beckley seit den 80er und 90er mitteilen, wird uns deshalb erst jetzt – nach dem 11. September – wahrnehmbar.
Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Kunstverein Oberhausen und der Galerie Mayer, Düsseldorf entstanden.


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Götter, Helden und Idole

25. 1. bis 13. 4. 1998

In Meisterwerken der Malerei, Skulptur, Grafik, Plakatkunst und Fotografie begegnen wir alten und neuen Götterbildern aus den verschiedensten Kulturen: der ägyptischen Königin Nofretete, dem olympischen Athleten, dem „erleuchteten“ Buddha, der heiligen Jungfrau, Aphrodite und der indischen Göttin Sita, dem mittelalterlichen Ritter und dem „furchterregenden“ Fudó, aber auch der begnadeten Schauspielerin Sarah Bernardt, der „göttlichen“ Garbo, dem Rockidol Elvis Presley und Superstar Michael Jackson.
All' die Götter, Helden, Idole, Heiligen, Hexen, Dämonen sind die unsterblichen Vorbilder, die im Pantheon unserer modernen Trivialkultur, der alltäglichen Bilderwelt im Film, der Fotografie, dem Comic und dem Fernsehen wiedererstehen und Kraft ihrer millionenfachen Verbreitung in der elektronischen Bildkommunikation ihre ungebrochene Faszination im Alltag der Menschen bewahrt haben, Leidenschaften wecken, Dämonen von uns fernhalten, Heilserwartungen erfüllen, das Oben und Unten aufrechterhalten, Gutes von Bösem scheiden in einer Welt, in der der Himmel längst von Göttern entvölkert ist und wir uns daran gewöhnen, Taten und Erlebnisse im Cyber-Space realer zu sehen als im sinnentleerten Alltag.
Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig, dem Ludwig Forum für Internationale Kunst, Aachen, dem Museum Ludwig Köln, dem Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln, dem Suermondt-Ludwig-Museum, Aachen u.a.


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