Comic-Salon Erlangen 2026: Was gibt’s denn da zu lachen?
19. Juni 2026Der internationale Comic-Salon in Erlangen ist das wichtigste Comicfestival Europas. Seit 2016 darf ich in der Jury bei der Auswahl der Max und Moritz-Preise mitwirken – eine große Ehre und jedes Mal ein spannender Blick auf die Vielfalt der Comicszene.
Von Dr. Christine Vogt
Fahnen in der Innenstadt und Menschenschlange vor Messe-Halle A (Schlossplatz) © Internationaler Comic-Salon Erlangen – Foto: Erich Malter, 2026
Deutschlands wichtigstes Comicfestival
Alle zwei Jahre wird Erlangen zum Zentrum der Comicwelt. Das Festival vereint eine große Messe, Ausstellungen, Preisverleihungen und täglich mehr als 50 Veranstaltungen.
Aus Oberhausener Sicht war in diesem Jahr besonders erfreulich, dass die Walter Moers-Ausstellung der LUDWIGGALERIE im Erlanger Stadtmuseum zu sehen ist. Der Zuspruch war – wie bereits in der LUDWIGGALERIE – umwerfend groß.
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit zu Führungen und Gesprächen. Gemeinsam mit Amely Deiss, Leiterin des Kunstpalais und Kuratorin der Christoph Niemann-Ausstellung, war ich zudem Teil einer Diskussionsrunde, moderiert von Christoph Haas.
Eine gute Gelegenheit, die sehr schöne Präsentation in Erlangen zu besuchen, bietet sich zum Poetenfest vom 28. bis 30. August 2026, zu welchem weitere Führungen stattfinden werden.

Was gibt’s denn da zu lachen? Die komische Kunst des Walter Moers © Internationaler Comic-Salon Erlangen – Foto: Erich Malter, 2026
Die Max und Moritz-Gala
Den Höhepunkt des Salons bildet traditionell die Max und Moritz-Gala am Freitagabend. Hier werden Auszeichnungen für einzelne Werke, besondere künstlerische Leistungen bis hin zum Preis für das herausragende Lebenswerk vergeben. Durch den Abend führte der Schweizer Comic-Spezialist Christian Gasser mit Charme, Sachkenntnis und Humor.

Die Preisträger*innen 2026 © Internationaler Comic-Salon Erlangen – Foto: Erich Malter, 2026
Einzigartiges Festivalflair
Besonders macht Erlangen sein Flair. Seit einigen Jahren findet das Festival mitten in der Stadt statt und bespielt zahlreiche Orte. Zwischen den Locations begegnen sich Künstlerinnen, Künstler, Verlage und Publikum. Im Schlossgarten kann man – um die jüngere Generation zu zitieren – wunderbar „chillen“.
Die Atmosphäre ist einzigartig: offen, neugierig und generationsübergreifend. Auch wer sich sonst wenig mit Comics beschäftigt (was natürlich ein Fehler ist), entdeckt hier schnell die kulturelle Vielfalt des Mediums und einen großartigen Aufenthaltsort.

Schlossgarten, DATEV Stage + Lounge © Internationaler Comic-Salon Erlangen – Foto: Erich Malter, 2026
Begegnungen mit den Größen der Szene
In Erlangen treffen sich die Größen der internationalen Comic- und Graphic-Novel-Szene. Bei Diskussionen, Lesungen und Signierstunden können – von Flix bis Katharina Greve, von Ulli Lust bis Ulf K. – Künstler*innen und Autor*innen persönlich kennengelernt werden.

Die Grimm Brothers – eine Lucky-Luke-Hommage von Flix und Reinhard Kleist Lesung und Livezeichnen © Internationaler Comic-Salon Erlangen – Foto: Erich Malter, 2026
Ausstellungen begleiten den Salon
Zahlreiche Ausstellungen bereichern das Festival. Dass die Walter Moers-Schau zu den Publikumsmagneten zählte, versteht sich fast von selbst. Aber es gab auch große Präsentationen zum eigenwilligen Werk von Christoph Niemann, der regelmäßig Titelseiten des New Yorker gestaltet oder zu Isabel Kreitz, die historische Stoffe ebenso virtuos umsetzt wie Literaturadaptionen.
Eine besondere Entdeckung war für mich die Ausstellung „Fleischeslust“ des Schweizer Künstlers Martin Oesch. Die Inszenierung rund um den Fleischermeister Erwin beschwor die Atmosphäre einer traditionellen Metzgerei herauf und zeigte eindrucksvoll, wie kreativ und überraschend Comic-Ausstellungen sein können.

Edition Moderne präsentiert: Martin Oesch – Fleischeslust © Internationaler Comic-Salon Erlangen – Foto: Erich Malter, 2026
Der beste Salon aller Zeiten?
Nach jedem Comic-Salon denkt man: Besser geht es kaum! Doch 2026 hat wirklich alles gestimmt. Das Wetter war angenehm, die Wege kurz, die Ausstellungen hochkarätig und die Gespräche inspirierend. Zwischen Veranstaltungen, Ausstellungsbesuchen und Begegnungen blieb genügend Zeit zum Austausch. Es war anregend und einfach ganz wunderbar!
Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Comic-Salon im Jahr 2028.
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