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Jubiläumsfest: 15 Jahre Freundeskreis – Kunst, Austausch und gelebte Gemeinschaft

21. April 2026

 

Jubiläumskekse & Programme | Das Museumsfoyer füllt sich mit Jubiläumsgästen © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Ein Haus, das lebt, erkennt man nicht nur an seinen Ausstellungen – sondern an den Menschen, die es tragen. Am Sonntag, den 19. April 2026, wurde genau das in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen sichtbar: Der Freundeskreis feierte sein 15-jähriges Bestehen – mit einem ebenso vielfältigen wie lebendigen Programm, das Kunst nicht nur zeigte, sondern erfahrbar machte.

 

 

Jutta Kruft-Lohrengel, Dr. Sarah Hülsewig und Dr. Christine Vogt begrüßen die Gäste | Das Publikum verfolgt das Eröffnungsprogramm © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Bereits zur Eröffnung um 11 Uhr füllte sich das Museumsfoyer. Direktorin Dr. Christine Vogt begrüßte gemeinsam mit Jutta Kruft-Lohrengel, der Vorsitzenden des Freundeskreises, und Kuratorin Dr. Sarah Hülsewig die zahlreichen Gäste. In ihrer Ansprache würdigte Vogt die Rolle des Freundeskreises als verlässlichen und engagierten Partner – ideell ebenso wie durch zahlreiche Ankäufe, Restaurierungen und geförderte Programme. Es sind genau diese Verbindungen, die ein Museum langfristig prägen.

 

 

Jutta Kruft-Lohrengel berichtet über die Arbeit des Freundeskreises | Laas Abendroth spielt Styropor mit dem Geigenbogen © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Ein kurzer musikalischer Beitrag von Laas Abendroth – er spielte einen Styropordeckel mit dem Geigenbogen – eröffnete den Tag auf unerwartete Weise und setzte gleich zu Beginn den Ton, der sich durch das gesamte Programm zog: offen, experimentell, mit einem feinen Gespür für Irritation und Humor. Im anschließenden Gespräch ließ Jutta Kruft-Lohrengel persönliche Erinnerungen aus 15 Jahren Freundeskreis Revue passieren – darunter auch die Entstehungsgeschichte der heute ikonischen Skulptur Red Heels von Heiner Meyer vor dem Schloss. Was einst als kleine Zeichnung begann, wurde durch gemeinsames Engagement, Überzeugungskraft und ein Netzwerk aus Unterstützer*innen Realität – und ist aus dem Erscheinungsbild der LUDWIGGALERIE nicht mehr wegzudenken.

 

 

Angela Noack und Marie-Luise O‘Byrne-Brandl | Marie-Luise O‘Byrne-Brandl im Performance-Bett mit Gast © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Parallel dazu begann eine erste Performance: Marie-Luise O’Byrne-Brandl inszenierte mit Trostkleid im pulsierenden Katastrophenhauch eine mehrstündige Arbeit, die sich zwischen Intimität und Öffentlichkeit bewegte. Gemeinsam mit ihren Mitperformerinnen entwickelte sie eine Situation, in der Nähe, Fürsorge und Verletzlichkeit zentrale Rollen spielten – Besucher*innen waren eingeladen, Teil dieser Erfahrung zu werden. Einige nahmen die Einladung an und legten sich selbst in das performative Setting, während andere über Stunden hinweg das Geschehen beobachteten. Die Performance entfaltete sich langsam, fast meditativ – und hinterließ einen nachhaltigen Eindruck.

Im weiteren Verlauf des Tages verzahnten sich Programmpunkte und Museumsalltag zunehmend: Die öffentliche Führung durch die Ausstellung GERMAN POP ART zog zahlreiche Interessierte an. An diesem Festtag konnte auch das reguläre Publikum von allen Veranstaltungspunkten profitieren.

 

Viel Publikum beim Vortrag von Dr. Christine Vogt © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Christine Vogt gab beim „Blick hinter die Kulissen“ Einsicht in die vielschichtige Arbeit einer Museumsdirektorin: von der inhaltlichen Ausrichtung des Hauses bis zu organisatorischen Entwicklungen – etwa die Etablierung des Museumsshops. Auch Jurytätigkeiten und kulturelles Netzwerken gehören dazu. Ein Punkt war ihr dabei besonders wichtig: Eine Museumsdirektorin kann nur so gut arbeiten, wie das Team, das hinter ihr steht.

Ein Programmpunkt musste zum allgemeinen Bedauern ausfallen: Das geplante Gespräch mit Timm Ulrichs konnte zwar nicht stattfinden, doch sein Werk wurde in den zahlreichen Führungen besonders gewürdigt.

 

 

In der Button-Druckwerkstatt | Mit Wiesels Schönen Schildern wird beim Fotoautomaten posiert © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

In der Button-Druckwerkstatt der Museumspädagogik entstanden kleine, individuelle Kunstwerke – oft basierend auf Fotos, die zuvor in der Fotobox mit Klaus Wiesels „Schönen Schildern“ aufgenommen worden waren. Überall im Haus sah man schließlich Besucher*innen mit selbst gestalteten Pop-Buttons.

 

 

Die Freundeskreis-Geburtstagstorte | Alle wollen ein Stück vom Kuchen © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Am Nachmittag wurde es gesellig: In der ehemaligen Artothek, die sich an diesem Tag in ein temporäres Café verwandelte, wurde die Jubiläumstorte angeschnitten. Zwischen Kuchen, Gesprächen und kurzen Verschnaufpausen bereitete man sich auf die nächsten Programmpunkte vor – darunter die Kuratorinnenführung mit Sarah Hülsewig, die deutsche Pop Art ebenso präzise wie anschaulich vermittelte.

 

Dr. Sarah Hülsewig führt durch GERMAN POP ART © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Andere bestaunten die besonderen Grafikeditionen, die zum Verkauf angeboten wurden. Zur Auswahl standen die limitierte Druckgrafik der Red Heels, die Heiner Meyer eigens für das Jubiläum designt hat und eine Grafik-Edition von Günther Uecker, deren Erlös an das Friedensdorf Oberhausen fließt.

 

 

Jan Arlt performt auf der Bühne © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Ein weiteres Highlight folgte im Museumsfoyer: Jan Arlts Performance JHA LOVE. LOVE & DEATH verband Musik, Gesang, Tanz und Poesie zu einer leidenschaftlichen Inszenierung. Fast konzertartig bewegte sich der Künstler durch unterschiedliche Ausdrucksformen und Genre – ein Spiel mit Emotion, Körper und Klang, welches das Publikum in seinen Bann zog.

 

Ein Ergebnis aus der Fotobox: Dagmar Winkler und Joelle Czampiel nach ihrer Führung © LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Den Abschluss bildete die dialogische Führung Think factory von Dagmar Winkler und Joelle Czampiel – ein Format, das bewusst auf Austausch setzte. An ausgewählten Werken wurden zentrale Themen der deutschen Pop Art diskutiert: politische Konflikte wie der Vietnamkrieg und die unbewältigte NS-Vergangenheit, Körperbilder, Geschlechterrollen sowie antimuseale Tendenzen der 1960er- und 70er-Jahre. Was zunächst als konzentriertes Zuhören begann, entwickelte sich zunehmend zu einem offenen Gespräch: Fragen, Einwände und persönliche Perspektiven der Teilnehmenden prägten die Führung. Am Ende stand ein klares Signal aus dem Publikum – solche Formate sind nicht nur gewünscht, sondern notwendig.

 

Der Jubiläumstag hat eindrucksvoll gezeigt, was den Freundeskreis der LUDWIGGALERIE ausmacht: Engagement, Nähe zur Kunst und die Bereitschaft, Räume für Begegnung zu schaffen. Seit 15 Jahren ermöglicht der Freundeskreis nicht nur Ankäufe und Restaurierungen, sondern prägt das kulturelle Leben aktiv mit – durch Exkursionen, Veranstaltungen und ein starkes Netzwerk. Projekte wie die Red Heels oder die Kunstaktion von Klaus Wiesel sind sichtbare Beispiele dieses Engagements – viele weitere wirken im Hintergrund.

 

Wer Teil dieses Netzwerks wird, erhält nicht nur freien Eintritt, sondern auch Einblicke hinter die Kulissen, besondere Veranstaltungen und die Möglichkeit, Kunst und Museum aktiv mitzugestalten.

Information zur Mitgliedschaft: https://www.ludwiggalerie.de/freundeskreis/

Joelle Czampiel


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