Theater der Fantasie

12. August 2025

 

Ein Kunstprojekt voller Ideenreichtum in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen

Im Herbst 2024 wurde die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen zum kreativen Spielplatz für rund 80 Schüler*innen aus vier Oberhausener Schulen. In 18 interdisziplinären Workshops näherten sie sich der Ausstellung „Was gibt’s denn da zu lachen?“ mit Kunst von Walter Moers – und entwickelten daraus ihre ganz eigene Welt: Oasien.

Inspiriert von Moers’ fantastischem Kontinent Zamonien entstanden neue Orte auf der Landkarte von Oberhausen: Der „Schnarchboulevard“, die „Flötecke“ oder der „Flammenberg“ wurden gezeichnet, benannt und zum Schauplatz selbst erfundener Geschichten. Auch ihre Bewohner*innen, die Oasier, wurden von den Schüler*innen zum Leben erweckt – mit fantasievollen Masken und Kostümen aus Moosgummi, Glitzerelementen und Gartenvlies.

Ein Projekt zwischen Museum, Stadt und Bühne

Die Workshops fanden nicht nur in den Räumen der LUDWIGGALERIE statt, sondern auch im Europahaus und im öffentlichen Stadtraum. Die Stadt selbst wurde so zum erweiterten Lern- und Erfahrungsort. Mit theater-, tanz- und musikpädagogischen Methoden entwickelten die Kinder Choreografien, erprobten Bewegungen und präsentierten ihre Performances an verschiedenen Orten der Innenstadt.

Im Zentrum stand dabei nicht die perfekte Aufführung, sondern das gemeinsame Gestalten und Ausprobieren. Die Kinder und Jugendlichen wurden ermutigt, eigene Entscheidungen zu treffen, kreativ zu experimentieren – sei es beim Nähen eines Kostüms, beim Zeichnen oder beim Entwickeln einer kleinen Szene.

Ein Ort für Perspektivwechsel

Für viele war das Museum nicht nur ein Ausstellungsraum, sondern ein Ort, an dem sie mit ihren eigenen Ideen sichtbar wurden. Die Auseinandersetzung mit Themen wie Stadtgestaltung, Vielfalt und gemeinschaftlichem Arbeiten förderte nicht nur ihre künstlerischen Fähigkeiten, sondern auch Konzentration, Ausdauer und Selbstbewusstsein.

Begleitet wurde das Projekt filmisch durch einen externen Filmemacher. Der entstandene Film wurde zum Abschluss der Ausstellung gezeigt – ein stilles, aber eindrucksvolles Zeugnis der kreativen Prozesse. Viele Schüler*innen wünschten sich keine Veröffentlichung ihrer Bilder, sodass die Präsentation vor allem im geschützten Raum des Museums selbst stattfand.

Fazit: Fantasie schafft Räume

„Theater der Fantasie“ hat gezeigt, wie kraftvoll kulturelle Bildung sein kann, wenn junge Menschen mitgestalten dürfen. Es hat neue Räume eröffnet – in den Köpfen, in der Stadt, im Museum. Und es hat Mut gemacht: zum Denken, Erfinden, Spielen und Sichtbarwerden.

 

RuhrKunstbewegt – Ein Vermittlungsprojekt der RuhrKunstMuseen
Gefördert durch die RWE Foundation
Laufzeit 2024 – 2026

RuhrKunstbewegt ist ein Vermittlungsprojekt der 21 RuhrkunstMuseen, gefördert durch die RWE Foundation.

Das Netzwerk der RuhrKunstMuseen entwickelt mit RuhrKunstbewegt erneut ein Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche, die in finanziellen Armutslagen aufwachsen und deren gesellschaftliche Teilhabe durch benachteiligende Lebensbedingungen beeinträchtigt sind. Die Teilnehmenden lernen sie das Museum als neuen Erlebnisort kennen und erweitern ihre Kompetenzen durch kreative Ausdrucksformen. Ansätze und Formate der musealen Bildung und Vermittlung werden interdisziplinär und spartenübergreifend erweitert: Zugänge aus Theater, Tanz und Musik ergänzen museale Angebote, um Kindern und Jugendlichen eine Vielzahl aktivierender Zugänge zu Kunst und Kultur sowie Selbstwirksamkeit und selbstständige Aneignung von Lerninhalten und Arbeitsmethoden anzubieten.

Drei Schulhalbjahre können Kinder und Jugendlichen unterschiedlicher Altersgruppen und Schulformen an mehreren aufeinanderfolgenden Workshops teilnehmen, um so einen eigenen Zugang zur Kunst zu finden.

www.ruhrkunstmuseen.com


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